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Macht er’s wie der Quast? Zumindest gewichtsmäßig hat Bäppi la Belle sich dem Kollegen angenähert.

Theater

Frankfurt: Bäppi geht auf Tournee

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Bevor sein Theatrallalla schließt, werden die Highlights der vergangenen Jahre gezeigt

Die letzte Pressekonferenz im Theatrallalla gerät wie erwartet zu einer Einmannschau. Bevor Bäppi la Belle auf der Bühne Platz nimmt, deutet er auf seinen Hosenbund. „25 Kilo sind schon weg“, sagt der Verkleidungskünstler und Parodist und berichtet von den Folgen seiner Magenverkleinerung: kein Diabetes mehr, kein Sodbrennen, kein Wasser in den Beinen, keine Schlafapnoe – Bäppi La Belle preist die Operation in den höchsten Tönen.

Mit einer Statur von stattlichen 1,90 Metern und 150 Kilogramm sei er im Krankenhaus der Dünnste gewesen. „Ich gehe jetzt sogar ins Fitnessstudio.“ Das gesunde Leben hat seinen Preis: Täglich müsse er Vitamine und Mineralstoffe einnehmen. Denn der verkleinerte Magen lässt nur 150 Gramm an Nahrung zu. Auch mit dem Äppelwoi könne er nicht mehr viel anfangen – obwohl doch die Apfelweinwirtin Lia eine seiner Paraderollen ist. „Die Leute lieben die Lia.“ Um eine „Grande Dame“ zu spielen sei er mit seinen 57 Jahren ohnehin zu alt.

So aber hatte es angefangen. Bäppi mimte Liza Minelli und andere weibliche Showgrößen und entwickelte mit seinen „Transenrollen“ ein neues Geschäftsfeld. In der Friedberger Landstraße 296, dort, wo das Theatrallalla noch bis zum 5. Mai die Highlights der vergangenen Jahre zeigt, begann Thomas Bäppler-Wolf, wie der Intendant mit bürgerlichem Namen heißt, zunächst als Tanzlehrer. Inzwischen habe sich die Tanzschule „weitgehend nach Bad Vilbel verlagert“. Die Räumlichkeiten seien auch für Theaterproben geeignet.

Die Gründe für die Schließung des Theaters sind vielfältig. Zum einen soll an dieser Stelle ein neues Baugebiet mit den Günthersburghöfen entstehen, zum anderen hat sich die Kleinkunstbühne nicht mehr gerechnet. Vor allem der vorige Sommer, der einfach zu heiß war, um ins Theater zu gehen, hat ein Loch gerissen. Und so wird Bäppi La Belle dem alten Etablissement „keine Träne nachweinen“, sondern sich auf Neues freuen.

Bevor er mit seinem Theatrallalla in mehreren Stadtteilen auf Tournee geht, muss noch ausgemistet werden: „Was sich alles so an Kostümen und Kulissen angesammelt“ habe, sei schon erstaunlich, meint Bäppi. Wer Lust hat, etwas abzustauben, kann sich am Fundusverkauf beteiligen, der in zwei Runden abgewickelt wird: einmal am 16. und 17. April und dann vom 10. bis 12. Mai. Danach ist erst mal Pause, von den Altstadt-Führungen abgesehen, die der 57-Jährige, der für die SPD im Stadtparlament sitzt, auch den Sommer über anbietet.

Die Tournee beginnt am 31. August mit der Premiere „Ja, ja, der Äppelwoi“ im Darmstädter Hof. Andere Spielorte sind das Seckbacher „Rad“ und der Gemeindesaal der Friedenskiche im Gallus. „Mach es wie der Quast und flieg mit Deiner Bühne durch die Stadt“, habe ihm jemand mit Blick auf die Fliegende Volksbühne von Michael Quast geraten. Aber irgendwie keimt in Bäppler-Wolf die Hoffnung, doch noch, vielleicht im nächsten Jahr, wieder eine feste Bleibe zu finden – 50 Plätze, bloß nicht größer.

Das Programmkann über die Internetseite www.theaterallala.de abgerufen werden.

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