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B3 Biennale in Frankfurt: Die Kunst der bewegten Bilder

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Von: Anja Laud

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Eine Szene aus dem Videokunstwerk von Felipe Lavín.
Eine Szene aus dem Videokunstwerk von Felipe Lavín. © Felipe Lavin

Die B3 Biennale des bewegten Bildes öffnet in Frankfurt mit umfangreichem Programm. Es werden Ausstellungen an vier Orten und ein Filmfestival in der Astor Lounge geboten.

Eine Figur im Raumanzug, durch eine nabelschnur-ähnliche Leitung mit einer Art Weltkugel verbunden, geht auf einem Bildschirm, der im Foyer des Kreativzentrums Hoci im Bethmannhof steht, in das Bild einer Sportlerin über, die einen Diskus wirft. „Alles fließt, alles verwandelt sich ineinander“, sagt Sebastian Pfeifer. Der Motion-Graphic-Designer ist einer von 93 Künstler:innen, die auf der B3 Biennale des bewegten Bildes in Frankfurt Arbeiten zeigen. Das crossmediale Festival öffnet am Samstag mit umfangreichem Programm.

Bis Sonntag, 23. Oktober, können sich Festivalbesucher:innen im „Forum Bewegtes Bild“ an drei Veranstaltungsorten in der Stadt 120 Kunstwerke in Ausstellungen und Präsentationen anschauen: im Hoci in der Bethmannstraße, im Palmengarten und auf der Buchmesse. Sie können auf dem „B3 Filmfestival“, das in der Astor Film Lounge im Einkaufszentrum MyZeil abgehalten wird, unter 40 Kino- und Kurzfilmen wählen und unter der Rubrik „B3 Konferenz“ Master Classes belegen, die von Fachleuten angeboten werden. Niels Juul, einer der erfolgreichsten Produzenten Hollywoods, der mit Filmgrößen wie Martin Scorsese zusammengearbeitet hat, gibt etwa am Montag, 17. Oktober, Einblicke ins Filmgeschäft.

„Es gibt viel zu entdecken“, sagt Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach. Er ist der künstlerische Leiter des Festivals, auf dem sich nationale und internationale Vertreter:innen der Kreativbranche sowie Nachwuchstalente präsentieren. Das Thema des Festivals, das in diesem Jahr zum zehnten Mal gefeiert wird, ist „Transformation“. Sebastian Pfeifers digitale Kunstwerke sind Beispiele dafür. Der Hesse mit einem Faible für surrealistische Animationen, die in eine Welt des Retro-Futurismus entführen, hat sich mit Krypto-Kunst international einen Namen gemacht.

Ebenfalls im Hoci zeigt der Chilene Felipe Lavín seine Videoarbeiten. Für die B3 hat er an der Hauptwache Bilder von Fahrgästen aufgenommen, die er so verfremdet hat, dass die Porträtierten wie bunte Striche aussehen, die sich auf Beinen fortbewegen. Sein Thema ist das Individuum, das eins mit der Masse wird, aber doch allein ist und es auch bleiben will. „Schon ein Blick kann von anderen in der Menge als aggressiv gewertet werden“, sagt er.

Das Festival

Die B3 Biennale des bewegten Bildes findet von Samstag, 15., bis Sonntag, 23. Oktober, in Frankfurt an vier Veranstaltungsorten statt.

Die Veranstaltungsorte: Kunst, VR, KI, Games und Kurzfilm sind im HOCI im Bethmannhof, Bethmannstraße 7-9, sowie im Palmengarten und auf der Buchmesse zu sehen. Insgesamt 40 Kino- und Kurzfilme, werden in der Astor Filmlounge im Shopping Center MyZeil gezeigt. Ein Themenschwerpunkt sind Horrorfilme.

Darüber hinaus werden Masterclasses in der Astor Filmlounge angeboten, etwa mit dem preisgekrönten Dramatiker Daragh Carville, Drehbuchautor der Erfolgsserie „The Bay“.

Ein Programm-Überblick findet sich auf der Webseite der Biennale.

Ein Festivalpass zum Preis von 39 Euro sowie Einzelkarten sind ebenfalls über die Webseite erhältlich. lad

b3biennale.de

Bei der offiziellen Festivaleröffnung werden heute in der Astor Lounge Preise verliehen. Luc Dardenne und sein Bruder Jean-Pierre erhalten den „BEN Award für das Lebenswerk“. Sie beide gehören zum exklusiven Club der Filmemacher, die auf den Filmfestspielen von Cannes mehrfach mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden sind. Der zweite Hauptpreis, der „BEN für herausragende Leistungen in der bildenden Kunst“, geht an das österreichisch-französische Künstlerduo Christa Sommerer und Laurent Mignonneau, deren Arbeiten zu den Klassikern der digitalen Kunst zählen.

Aber auch für den Nachwuchs ist Platz auf der B3. Die Brüder Arthur (23) und Victor (19) Abs, beide Jura-Studenten, zeigen beispielsweise im Hoci mit „Beethoven Op. 360“ eine Installation, mit der Besucher:innen dem Komponisten das Rappen beibringen können. Das Ziel ihrer Arbeit: Sie wollen jungen Menschen Klassik nahebringen.

Das B3-Filmfestival hat Horror-Filme als einen Schwerpunkt. Als Deutschlandpremiere ist beispielsweise am Sonntag, 16. Oktober, „Razzennest“, ein Film des österreichischen Filmemachers Johannes Grenzfurthner zu sehen, in dem die Greueltaten während des Dreißigjährigen Krieges eine Rolle spielen. Auch wenn er um 22 Uhr gezeigt wird, müsse das Publikum nicht um den Schlaf fürchten. „Es ist ein Horororfilm mit satirischen Elementen“, sagt Grenzfurthner.

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