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Eine Belastung für OB Feldmann

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die Aufklärung der AWO-Affäre geht nur schleppend voran - noch immer ist unklar, wie groß der Schaden tatsächlich ist. Für die SPD und OB Peter Feldmann wird das zur Belastung.

Anderthalb Jahre sind vergangen, seit die ersten Zeitungsberichte über Unregelmäßigkeiten beim Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Frankfurt erschienen. Und seit knapp einem Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen frühere führende AWO-Funktionäre wegen des Verdachts der Untreue und des Betruges. Noch immer sind viele Fragen offen und noch immer kann die Wohlfahrtsorganisation den entstandenen materiellen Schaden nicht endgültig beziffern.

Es brauchte Zeit, bis das Geflecht von Machtmissbrauch an der Spitze der AWO Frankfurt gewachsen war. Und es braucht Zeit für die Aufklärung. Vielen Menschen geht das nicht schnell genug. Tatsächlich wirft die AWO-Affäre auch ein Schlaglicht darauf, wie schlecht die vielfach geforderte Staatsanwaltschaft Frankfurt ausgestattet ist.

Aber der Schaden ist nicht nur für die AWO und deren Ruf angerichtet. Zum einen wird der Skandal den Kommunalwahlkampf in Frankfurt bis zum Wahltag am 14. März 2021 begleiten, wenn nicht überschatten. Er wird die Sozialdemokraten schwächen, denn die AWO ist nun mal noch immer aufs Engste mit der SPD verflochten.

Und die Vorgänge belasten Oberbürgermeister Peter Feldmann. Noch immer steht der Vorwurf im Raum, er persönlich habe durch eine Position profitiert, die von der AWO auf ihn zugeschneidert worden sei. Und es bleibt die Tatsache, dass Feldmanns Ehefrau als Leiterin einer AWO-Kita größere Privilegien genoss, als ihr eigentlich zustanden. Hätte es die AWO-Affäre nicht gegeben, wäre das nie öffentlich geworden. Vor allem aber hat dem OB geschadet, wie zögerlich er die Fakten nach und nach eingestand. Für Feldmann, den selbsternannten Anwalt der kleinen Leute, ist dieser Ansehensverlust nicht wieder gutzumachen.

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