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Die Berger Straße in Bornheim.

Frankfurt-Bornheim

Autowerkstatt geräumt

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Nach Jahrzehnten muss eine Autowerkstatt an der Berger Straße ihren Betrieb schließen. Mieterinitiativen hatten bis zuletzt den Betreiber unterstützt. Der Eigentümer des Gebäudes will dort „irgendwas hippes“.

Die Autowerkstatt an der Berger Straße 155 ist seit dem gestrigen Dienstag geschlossen – zum Unmut des Betreibers. Ein Gerichtsvollzieher hat den seit Jahrzehnten dort beheimateten Betrieb dichtgemacht. Zum Räumungstermin sind etwa ein Dutzend Unterstützer der Werkstatt gekommen, darunter auch Mitglieder der Nachbarschaftsinitiative Nordend, Bornheim, Ostend (NBO) sowie Volker Marx, der für die Linken im Ortsbeirats 4 sitzt.

„Die Autowerkstatt gehört hier hin, sie ist seit Jahrzehnten gewachsen“, betonte Marx am Dienstagmittag kurz vor der Schließung. Für ihn handelt es sich um einen „Gentrifizierungsfall“, allerdings um einen recht „verworrenen“.

Nachdem der Eigentümer des Hauses in der Berger Straße 155 im Jahr 2014 wechselte, habe das Gericht seinen seit Jahren bestehenden Mietvertrag wegen „Formfehler“ für unwirksam erklärt, sagt Georgi Hofmann, Mieter der Werkstatt.

Verwirrung um Untermieter

Da es einen Untermietvertrag gebe, sei die Räumung dennoch unzulässig, sagt er weiter. Untermieter sei seit dem 1. Januar 2015 Mustapha Mallouhi, der sich am Dienstag als Hofmanns Nachfolger vorstellte. Der Untermieter hätte informiert werden müssen, sagt Hofmann.

Der Gerichtsvollzieher folgte dem Anliegen nicht. Vor einigen Monaten war eine Räumung der Werkstatt abgesagt worden, weil ein anderer Untermieter auftauchte. Mallouhi sagt, dieser habe dort Lagerflächen gemietet. Wieso er erst jetzt mitteile, dass er Untermieter sei, sagte Mallouhi nicht. Seinen Betrieb will er nun an der Hanauer Landstraße 423a weiterführen.

„Wir haben Gespräche mit dem Mieter geführt“, sagt Alon Meyer, Inhaber der Eigentümergesellschaft Meyer & Söhne. Der alte Mietvertrag sei „unzureichend“ gewesen, sagt er, ohne Details zu nennen. Versuche, einen „anständigen Mietvertrag“ zu machen, seien gescheitert. Meyer versicherte, alle Mietwohnungen im Vorderhaus blieben erhalten. Was mit dem Werkstattgelände passiere, sei noch unklar. Er wünscht sich „irgendwas hippes“.

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