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Kostenlos zum Supermarkt: Autonome Rufbusse rollen durch Frankfurt

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Von: Florian Leclerc

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Der Bus fährt bis zu 20 Stundenkilometer schnell. Foto: Renate Hoyer
Der Bus fährt bis zu 20 Stundenkilometer schnell. Foto: Renate Hoyer © Renate Hoyer

Im Frankfurter Stadtteil Riederwald sind zwei autonome „On-Demand“-Busse im Einsatz, bei denen die Fahrt nichts kostet. Es ist das erste Angebot dieser Art in der Stadt.

Frankfurt – Durch den östlichen Frankfurter Stadtteil Riederwald fahren seit Freitag zwei autonome elektrische Rufbusse, bei denen die Fahrt nichts kostet. Die Kleinbusse mit der Bezeichnung „Easy“ sind auf einer 2,7 Kilometer langen Strecke unterwegs, die vom Engelsplatz nahe der U-Bahn-Station Schäfflestraße zur Inselinstraße führt, in der es einen Supermarkt gibt. Es ist das erste autonome Rufbusangebot in Frankfurt.

Die virtuellen Haltestellen sind mit einem Aufkleber am Boden gekennzeichnet. Der Bus fährt bis zu 20 Stundenkilometer schnell. Aus Sicherheitsgründen ist ein sogenannte Operator an Bord. Kundinnen und Kunden können die Fahrt „on demand“, also nach Bedarf, buchen, über die RMV-App „Easy“ oder telefonisch per RMV-Service (069/ 242 480 24). Die Busse fahren von Montag bis Samstag, 8 bis 16 Uhr.

Frankfurt: Projekt zunächst bis Juli 2023 befristet

Das Pilotprojekt ist zunächst bis Ende Juli 2023 befristet. Betreut wird es von der Rhein-Main-Verkehrsgesellschaft (RMV), der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), der RMV-Tochter RMS und dem Fahrzeughersteller Easymile. Die Kosten liegen bei 1,2 Millionen Euro, 70 Prozent kommen aus dem EU-Förderprogramm „Show“, den Rest teilen sich die Projektpartner.

Die Geschichte des autonomen Fahrens begann in Frankfurt im Jahr 2018, als ein Kleinbus von Easymile mit Operator auf dem Campus der University of Applied Sciences fuhr. 2019 fuhren zwei autonome Busse mit Operator auf dem gesperrten Mainkai und transportierten gut 25 000 Menschen. Weitere Fahrten im Rhein-Main-Gebiet gab es am Kloster Eberbach, in Bad Soden-Salmünster und auf dem Gelände der Wiesbadener Helios-Kliniken. Ohne Operator fuhr ein Kleinbus auf dem Gelände der U-Bahn-Zentralwerkstatt der VGF an der Stadtteilgrenze von Rödelheim zu Praunheim. Durch den Riederwald fahren nun zwei Fahrzeuge vom Typ „EZ 10 Gen3b“.

Die Fahrt lässt sich per App oder Telefon buchen. Foto: Renate Hoyer
Die Fahrt lässt sich per App oder Telefon buchen. Foto: Renate Hoyer © Renate Hoyer

Positives Feedback zu autonomen Rufbussen in Frankfurt

Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) sagte, die autonomen Kleinbusse stärkten die Anbindung des Stadtteils an den Nahverkehr, in dem sie die Feinverteilung verbesserten. „Wenn das Angebot reichlich genutzt wird, ist das das beste Argument, um es über den Juli 2023 hinaus weiterzuführen“, sagte er.

RMV-Geschäftsführer André Kavai berichtete, zu den autonomen Bussen habe der RMV zuletzt positives Feedback von Kund:innen bekommen. VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer teilte mit, die Verkehrsgesellschaft wolle weiter auf „Zukunftstechnologie“ setzen. In der Zukunft würden U-Bahnen mit der Infrastruktur kommunizieren: Sie könnten dann in wandernden Raumabständen fahren. Laut Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold eignet sich die Fahrt etwa für Menschen aus der Seniorenwohnanlage, die einkaufen wollen. Da die Haltestelle am Engelsplatz ein Stück weit von der Seniorenwohnanlage entfernt ist, kündigte Stadtrat Majer ein Gespräch in der Wohnanlage an.

Der Rufbus „Knut“, ein On-demand-Angebot im Norden Frankfurts, feiert seinen ersten Geburtstag. Der RMV und Partner laden Bürgerinnen und Bürger für Samstag, 19. November, von 12 bis 17 Uhr, in die „Merton’s Passage“, Lurgiallee 6-8, im Mertonviertel zu einem Imbiss und Gesprächen ein. (Florian Leclerc)

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