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Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer: Im Sommer 2019 soll das nördliche Mainufer für Autos gesperrt werden.
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Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer: Im Sommer 2019 soll das nördliche Mainufer für Autos gesperrt werden.

Fahrverbot

Autofreies Mainufer kommt

  • Sophie Vorgrimler
    vonSophie Vorgrimler
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Die nördliche Uferstraße in Frankfurt soll von August 2019 an gesperrt werden.

Etwa 20.000 Autofahrer täglich müssen sich ab nächstem Sommer einen anderen Weg suchen, wenn die Stadt Frankfurt das nördliche Mainufer im Bereich zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke für Kraftfahrzeuge sperrt. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) nannte in einer Pressekonferenz am Mittwoch das Ziel, mit dem auf zwölf Monate begrenzten Versuch, der ein Bestandteil des Koalitionsvertrages zwischen CDU, SPD und Grünen ist, zum Mainfest im August 2019 zu beginnen. Bei der Veranstaltung müsse die 900 Meter lange Straße sowieso gesperrt würden. Notfalls käme aber auch das Museumsuferfest im Sommer 2020 in Frage, sagte er.

Das Regierungspräsidium in Darmstadt als Genehmigungsbehörde habe der Stadt die alleinige Entscheidung bezüglich des Projekts überlassen, sagte Oesterling. „Sämtliche Fragen liegen also bei uns. Dazu gehören juristische, verkehrstechnische, aber auch Sicherheitsfragen. Diese sehe ich aber alle als lösbar“, sagte er. 

Gleiche Argumente wie vor 40 Jahren

Schon in den 70er Jahren war die Idee für ein autofreies Mainufer aufgekommen und war seitdem immer wieder im Gespräch. „Die Argumente sind über die 40 Jahre die gleichen geblieben“, sagte Oesterling. Er spricht von einer Vollendung dieser Idee, wenn die neue Altstadt und das Mainufer nicht mehr von einer Straße zerschnitten würden. 

Die Sperrung des Mainufers trage dazu bei, dass sich die Fußgänger die Innenstadt zurückerobern können, sagte Oesterling. Radfahrer könnten dann auf der Mainuferstraße fahren. Den Fußgängern bleibe mehr Raum. Auf jeden Fall werde zudem das  gastronomische Angebot ausgeweitet. Neubauten soll es aber nicht geben. Momentan gebe es noch die Diskussion über einen Ausbau touristischer Angebote oder eine ruhigere Nutzung des Maiufers, berichtete der Dezernent: „Um nicht den Autolärm durch anderen Lärm zu ersetzen.“ 

Sei die vorläufige Sperrung erfolgreich, werde ein städtebaulicher Wettbewerb zur dauerhaften Umgestaltung des nördlichen Mainufers ausgeschrieben, sagte Oesterling. Ob es dazu kommt, entscheidet letztlich die Stadtverordnetenversammlung. Bis dahin soll erneut der Verkehrs in dem Bereich gezählt werden. 

Kritik, der Verkehrsversuch führe zu Chaos, weil es jetzt schon Engpässe in dem Bereich gebe, widersprach Oesterling. Natürlich müssten die Autofahrer sich umgewöhnen, die während der Sperrung auf den Schaumainkai am südlichen Mainufer oder die Berliner Straße ausweichen müssen. Das habe aber auch schon an anderen Stellen in der Stadt geklappt, sagte er. „Zugezogene und Junge können sich ja heute auch nicht mehr vorstellen, dass die Fußgängerzone um Zeil, Freßgass und Alte Oper zu den verkehrsbewegtesten Straßen gehörte – bis 1977 die Umgestaltung der Fußgängerzone folgte.“ 

Schon bisher sei die Ost-West-Verbindung am Main zudem etwa 20 Tage im Jahr für Lastwagen und Autos gesperrt. Erweiterungen oder Umbauten der Alternativstrecken sind laut Oesterling nicht geplant, Ampelanlagen würden aber optimiert.

Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer bleiben skeptisch. „Es ist nicht zu übersehen, dass der Verkehrsdruck auf die Frankfurter Innenstadt wegen des Einwohnerzuwachses gestiegen ist und weiter steigen wird“, sagte Handwerkspräsident Bernd Ehinger. Die beiden Kammern fordern, dass geeignete Be- und Entlademöglichkeiten für den Lieferverkehr eingerichtet werden und Zugänge und Parkmöglichkeiten für Dienstleister und Handwerker erhalten bleiben.

Die Frankfurter Grünen befürworten die Pläne. Sie sprachen gestern von einem guten Schritt in der Weiterentwicklung Frankfurts hin zu einer „Stadt für die Menschen“. Mit der Sperrung des nördlichen Mainufers setze Oesterling ein altes Ansinnen der Grünen um, das schon 2003 von Grünen, SPD und FDP beschlossen worden sei.  

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