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Autofreie Innenstadt.

Autofreier Mainkai

Mit klugem Verkehrsmanagement Chaos vermeiden

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Die Frankfurter Innenstadt wird durch die Sperrung des Mainkais attraktiver. Ein Kommentar.

Vor gut zehn Jahren, die Älteren werden sich erinnern, fuhren noch Autos über die Hauptwache. Dann kam die schwarz-grüne Römer-Koalition – genauer gesagt, der grüne Teil der Koalition – auf die Idee, den zentralen Platz der Stadt für den Autoverkehr zu sperren, und die Wirtschaft schrie auf, als stünde der Untergang der Stadtgesellschaft bevor. Der Verkehr in der gesamten Stadtmitte werde zusammenbrechen und die City immens an Wirtschaftskraft einbüßen, hieß es. Tatsächlich waren die Staus in der Innenstadt nach der Sperrung ebenso lang oder kurz wie vorher auch, und auf die Wirtschaftsdaten der Stadt hatte die Entscheidung der Römer-Politiker mal gar keine Auswirkungen.

Die Erfahrungen, die vor zehn Jahren gesammelt wurden, dürften dazu geführt haben, dass der Aufschrei diesmal längst nicht so vehement ausfällt. Das nördliche Mainufer wird von August an für 13 Monate gesperrt, und selbst die FDP, die sonst gerne an der Seite von drangsalierten und entrechteten Autofahrern steht, kann der Idee einiges abgewinnen. In der Tat dürfte eine große Fußgängerzone von der Altstadt über den Römerberg bis zum Mainufer die Stadtmitte noch einmal um einiges attraktiver machen.

Und die Autofahrer? Werden sich neue Wege suchen. Die Vorstellung, derartige Sperrungen hätten den netten Nebeneffekt, dass mehr Menschen auf die Bahn oder das Fahrrad umsteigen, ist leider weltfremd. Insofern wird man schon beobachten müssen, wie sich die Verkehrslage in der Innenstadt entwickelt. Insbesondere auf der Berliner Straße könnten künftig mehr Fahrzeuge unterwegs sein. Doch mit einem klugen Verkehrsmanagement – etwa bei der Organisation von Baustellen und Reisebus-Halteplätzen – dürfte ein Chaos zu vermeiden sein.

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