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Protest an der Haenischstraße gegen das Fällen von Bäumen.

Verkehr

Autobahnausbau in Frankfurt: Riederwald verliert Natur

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Die Ausgleichsfläche für den Autobahnausbau ist zwar größer als die Waldfläche im Riederwald, die weicht – aber der Ausgleich findet größtenteils gar nicht nicht im Stadtteil Riederwald statt.

Durch den Riederwaldtunnel, der von Ende 2021 bis Ende 2029 gebaut werden soll, büßt der Stadtteil im Frankfurter Osten zahlreiche Grünflächen ein. Hessen Mobil beansprucht 259 500 Quadratmeter für den Autobahnausbau zwischen A66 und A661. Das entspricht einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie der Langener Waldsee, der größte See im Rhein-Main-Gebiet. Die Angaben gehen aus dem Planfeststellungsbeschluss hervor, den der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) vor kurzem unterschrieben hat.

„Das Vorhaben A66-Riederwaldtunnel verursacht erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen“, heißt es darin. Besonders der Fechenheimer Wald, der Teufelsbruch und der Erlenbruch im Grüngürtel seien durch die „technische Überformung, die teilweise Beseitigung sowie durch ihre Zerschneidung“ betroffen.

Detailgenau listet der Beschluss auf, welche Grünflächen wegfallen und wo Ausgleich vorgesehen ist. Allein die „Ausgleichsmaßnahmen“ werden auf 271 492 Quadratmetern umgesetzt. Diese Fläche ist größer als jene, auf der Grün verloren geht. Doch die meisten Ausgleichsvorhaben sind gar nicht im Riederwald geplant.

Laubwald in Schwanheim

So lässt die hessische Straßenverwaltung Hessen Mobil einen drei Hektar großen Laubwald zwischen dem Schwanheimer Ufer und dem Südufer des Mains bepflanzen. Dies soll unter anderem den Verlust von Büschen, Hecken, Brachen und Kleingärten im Riederwald kompensieren.

Durch die Autobahn geht viel Grün im Riederwald verloren.

Während im Riederwald die Nistplätze zahlreicher Vögel verloren gehen, werden bei Seckback Streuobstwiesen gepflanzt. Für das Großseggenried, das im Riederwald wegfällt, wird ein Großseggenried auf dem „Airfield“ in Büdingen gefördert.

Im Fechenheimer Wald wird teilweise darauf verzichtet, Bäume für die Forstwirtschaft zu fällen. Dies wird als Ausgleich für die Fällung von Bäumen im Riederwald herangeführt. Im Stadtteil werden den Angaben zufolge insgesamt 267 teilweise jahrzehntealte Bäume abgeholzt. 328 junge Bäume werden neu gepflanzt.

So soll unter anderem die Rosskastanien-Allee am Erlenbruch, die gefällt werden soll, durch eine dreireihige Lindenallee ersetzt werden. Um den Lebensraumverlust der streng geschützten Zauneidechse im Riederwald zu kompensieren, wird in der Leuchte in Enkheim für Ausgleich gesorgt.

Als Kompensation für die verloren gehenden Nahrungslebensräume der Bechsteinfledermaus werden Streuobstwiesenflächen südlich des Sausees in Seckbach angelegt. Damit die Bechsteinfledermaus über die Autobahn A66 fliegen kann, wird eine Grünbrücke errichtet.

Auch werden Erdwälle an der Autobahn A5 und der Bundesstraße B3 begrünt. Am Fechenheimer Mainbogen fördert Hessen Mobil den Altwasserarm, außerdem einen Amphibienteich im Fechenheimer Wald.

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