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Autobahn GmbH möchte ab November an der Borsigallee roden

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Von: George Grodensky

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Die grobe Planung für die Rodung des Waldstücks an der Borsigallee steht. Autobahn GmbH
Die grobe Planung für die Rodung des Waldstücks an der Borsigallee steht. Autobahn GmbH © Autobahn GmbH

Keine Sorgen wegen Käfern. Gutachterbüro prüft, ob die Population schützenswert ist.

Die Autobahn GmbH des Bundes ist zuversichtlich. Der im September dokumentierte Fund des Eichenheldbock-Käfers im Fechenheimer Wald werde die Arbeiten am Riederwaldtunnel nicht verzögern. Jedenfalls nicht groß. Es ist lediglich eine weitere Aufgabe, die wir lösen müssen, sagt Sandro Vincenzi von der Niederlassung West am Mittwoch.

Die Autobahn GmbH hat die Presse zum Infonachmittag geladen. Es heiße immer: „Ihr informiert zu wenig“, ärgert sich Pressesprecher Steffen Rütenfrans. Und dann informiere man, aber meist kämen da sehr wenige Menschen. Zudem kursierten Zahlen, die er nicht nachvollziehen könne, sagt Rütenfrans.

Oder, die es in Perspektive zu setzen gelte. Zum Beispiel der Käfer. Keineswegs müsse deswegen das ganze Projekt gestoppt werden. Erst einmal gelte es, nachzuforschen, wie viele Käfer denn im Waldstück zu finden seien. „Ist es einer, sind es zehn, tausend?“

Dafür haben die Autobahner Gutachter entsandt, „ein fachlich anerkanntes Büro“, sagt Vincenzi. Am Dienstag ist das dreiköpfige Team zwischen Parkhaus Borsigallee und der Anschlussstelle der Autobahn unterwegs gewesen. Das Ergebnis? „Wir haben noch keine Rückmeldung, die Gutachter müssen das erst für uns Laien verständlich aufbereiten“, stapelt Vincenzi tief. Dann erst könnten die Autobahner sagen, wie sie weiter vorgehen werden.

Indes: Eilig ist es schon. Um den Bau des Riederwaldtunnels vorzubereiten, wollen sie 2023 eine Baustraße errichten, von der A66-Anschlussstelle durch den Fechenheimer Wald bis zur Ecke Borsigallee, Am Erlenbruch und Wächtersbacher Straße. 500 Meter soll die lang sein, der Bauverkehr soll nicht die anderen Straßen belasten. Nur muss noch das Waldstück gerodet werden.

Die mögliche Zeit dafür, die sogenannte Fällperiode, verläuft von November bis Februar 2023. „Es ist eng aber nicht knapp“, flachst Vincenzi. Um 2,7 Hektar Wald zu roden, benötige man keine vier Monate. Selbst wenn der Eichenheldbock-Käfer vorher noch umgezogen werden müsste. Was ein mögliches Szenario ist, „dass wir jeden Baum absammeln und den Käfer in ein passendes Habitat bringen“.

Die Autobahn GmbH hätte auch selbst nach Käfern Ausschau gehalten, betont Vincenzi, dafür gebe es eine ökologische Baubegleitung. „Die Zeiten, in denen einfach alles platt gemacht wurde, sind vorbei.“ Da klingt er fast nach Naturschutzbund. Vor der Rodung müsste wohl auch das Protestcamp im Waldstück geräumt werden. Rechtlich sei das möglich, betont die Autobahn GmbH und klingt gleich weniger nach Naturschutzbund.

Rütenfrans wirbt noch einmal um Verständnis, der fragliche Bereich sei doch recht klein angesichts der vielen Landschaftsschutzmaßnahmen, die im Zuge des Baus des Riederwaldtunnels umgesetzt würden. Der „ Korridor“ sei an der A66 70 Meter breit, am westlichen Ende 140 Meter. Die Länge der Strecke ist 230 Meter.

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