+
Bereit für den Autokorso durch die Stadt. 

Tag der Arbeit

Auto-Korso statt Großkundgebung am 1. Mai

  • schließen

In der Corona-Krise ist auch am 1. Mai alles anders als sonst. In Frankfurt gibt es nur kleine Demonstrationen. Eine wird von der Polizei aufgelöst.

Erstmals seit vielen Jahrzehnten hat es in Frankfurt am 1. Mai keine Großkundgebung der Gewerkschaften gegeben. Noch die größte Demonstration am Tag der Arbeit war diesmal ein Autokorso, bei dem sich 60 mit Fahnen und Bannern behängte Autos knapp eineinhalb Stunden lang von der Eissporthalle aus durch die Innenstadt und Sachsenhausen hupten.

Zur Teilnahme aufgerufen hatte der Verein Leben und Arbeiten im Gallus und Griesheim. Die Frankfurter Linke unterstützte die Aktion unter dem Motto „Viren sind internationalistisch – wir müssen auch internationalistisch sein. Für globale Solidarität!“. Eigentlich sollte der Korso mit je zwei Teilnehmern pro Auto in der Braubachstraße am Römerberg enden, wo einige Gewerkschafter und Anhänger der Linken warteten. Letztlich lösten ihn die Veranstalter dann jedoch schon in der Berliner Straße auf.

Der Frankfurter DGB hatte erstmals seit seinem Bestehen auf eine Demonstration verzichtet. Eine angemessene Versammlung im öffentlichen Raum sei wegen der Einschränkungen durch Corona nicht machbar, sagte der Frankfurter DGB-Vorsitzender Philipp Jacks am Freitag.

Mit Repräsentanten der acht DGB-Gewerkschaften, der DGB-Frauen und der DGB-Jugend hatte er zuvor auf dem Gewerkschaftshochhaus ein Banner mit dem 1.-Mai-Motto „Solidarisch ist man nicht allein“ und ein Banner entrollt, in dem die Gewerkschaften fordern, die Krise gerecht zu finanzieren. Jacks fordert etwa eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für Menschen, die im Gesundheits- und Pflegebereich und in Sozial- und Erziehungsdiensten arbeiten.

In der Innenstadt zeigten am Freitag einige linke Gruppen Präsenz. Auf dem Paulsplatz etwa war mittags die Internationale zu hören, rote Fahnen wehten. „Corona-Profiteure enteignen“, war zu lesen.

Polizei löst Demo auf

Mehr als 50 Menschen waren zuvor dem Aufruf zu einer „Revolutionären 1.-Mai-Demonstration“ gefolgt, die sich gegen Prekariat, Privatisierung und Zwei-Klassen-Medizin richten sollte. Die Polizei erklärte diese jedoch, weil niemand als Versammlungsleiter benannt worden sei, und mit Verweis auf Verstöße gegen die Corona-Auflagen rasch für aufgelöst. Als einige Demonstrierende daraufhin durch die neue Altstadt in Richtung Main liefen, stoppte die Polizei sie kurz vor dem Mainkai, umstellte sie und teilte mit, sie werde nun die Personalien feststellen und Platzverweise erteilen.

Demonstranten kritisierten das Vorgehen der Polizei als willkürlich, warfen den Polizisten vor, selbst die Abstandsregeln zu missachten, und weigerten sich zum Teil zunächst, den Platz zu verlassen. Ein Polizeisprecher teilte am Nachmittag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit, die Polizei habe Personalien festgestellt, Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und Platzverweise ausgesprochen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare