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Die Künstlerin Evelyn Toomistu vor ihren Werken. Renate Hoyer
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Die Künstlerin Evelyn Toomistu vor ihren Werken. Renate Hoyer

Kultur in Frankfurt

Ausstellung in Frankfurt: Der Handschuh in der Kunstgeschichte

  • Anja Laud
    VonAnja Laud
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Die Künstlerin Evelyn Toomistu zeigt das Modeaccessoire in Frankfurt im Stil großer Maler.

In Michelangelos berühmtem Gemälde „Die Erschaffung Adams“ streckt Gott Adam seinen rechten Zeigefinger entgegen, um ihn zum Leben zu erwecken. In dem Gemälde von Evelyn Toomistu tragen die beiden Handschuhe: Gott einen weißen, Adam einen roten. Die Künstlerin lädt in der Presence Kulturlounge in Frankfurt zu einem Parforceritt durch die Kunstgeschichte ein. In ihren Bildern spielen Handschuhe eine zentrale Rolle. Und das hat einen besonderen Grund.

Handschuhe sind für Evelyn Toomistu eine Leidenschaft. Die Künstlerin, Designerin und Kunstlehrerin beschäftigt sich mit diesem Accessoire, seitdem sie an der Estnischen Kunstakademie in Tallinn Ledermode und Kunstdesign studiert hat. „Es gab damals nur welche in langweiligem Braun oder Schwarz“, erzählt sie, deswegen habe sie als Abschlussarbeit ihre eigene Kollektion entworfen. Maßgeschneiderte Handschuhe fertigt die 38-Jährige für Kund:innen in ihrem Studio im Atelier Frankfurt an und sie bringt als Gastdozentin Lehrenden und Studierenden an Hochschulen bei, wie Designs entwickelt und Schnittmuster angefertigt werden. „Das Wissen ist hier nicht mehr vorhanden. Die Handschuh-Produktion wurde Anfang der 90er Jahre ins Ausland verlagert“, erzählt sie. Sie hat über die Fertigung und Bedeutung von Handschuhen in verschiedenen Epochen und Kulturräumen sogar ein Fachbuch verfasst.

Evelyn Toomistu wollte sich aber nicht nur mit dem Handschuh als modisches Accessoire befassen, sondern auch als Kunstobjekt. Im ersten Shutdown im Frühjahr stellte sie sich dabei einer besonderen Herausforderung. Als persönliche Herausforderung malte sie Bilder, wie sie die großen Malerinnen und Maler der Kunstgeschichte gemalt hätten, wenn sie noch lebten. „Jeden Tag eines. Es hat mir Freude gemacht“, sagt sie.

Auswahl auf Instagram

Die Ausstellung

Die Ausstellung „(G)LOVE“ mit Kunstwerken von Evelyn Toomistu ist bis Ende Februar in der Presence Kulturlounge, Wittelsbacherallee 72, in Frankfurt zu sehen.

Führungen mit der Ausstellungskuratorin Marina Medina können per E-Mail vereinbart werden. Kontakt@marina-medina.de

Eine Auswahl an Bildern findet sich online auf den Facebook- und Instagram-Seiten der Künstlerin und der Presence Kulturlounge. lad

www.evelyntoomistu.com

Wie Jackson Pollock, der berühmte US-amerikanische Maler des abstrakten Expressionismus, tröpfelte sie etwa Farbe auf die Leinwand, tüpfelte mit dem Pinsel, wie die Pointillist:innen und spielte mit Farben wie die Impressionist:innen. Etwa 30 Bilder und vier Plastiken, die so entstanden, sind bis Ende Februar in der Presence Kulturlounge in der Wittelsbacherallee 72 zu sehen.

„Als wir von ihren Arbeiten gehört haben, haben wir gleich zugegriffen“, sagt Simret Mahary, Leiter der Presence Kulturlounge. Das Thema Handschuh passe sehr gut in die Corona-Zeit. „Wir sehnen uns nach Berührungen, wir können sie aber nicht haben“, sagt er. Die Lounge ist derzeit geschlossen. Er und Evelyn Toomistu hoffen, dass der Shutdown Mitte Februar vorbei ist. Dann bliebe Besucherinnen und Besuchern noch Zeit, die Gemälde anzusehen. Eine Auswahl findet sich zudem auf der Facebook- und Instagram-Seite der Künstlerin und des Kulturzentrums.

Eigentlich war auch ein Workshop geplant, bei dem Teilnehmer:innen sich zeichnerisch mit dem Thema Handschuh auseinandersetzen sollten. „Der wird nachgeholt, sobald es möglich ist“, sagt Evelyn Toomistu, denn sie will auch andere für dieses Accessoire begeistern.

Die Ausstellung „(G)LOVE“ mit Kunstwerken von Evelyn Toomistu ist, sollten Galerien öffnen, bis Ende Februar in der Presence Kulturlounge, Wittelsbacherallee 72, in Frankfurt zu sehen.

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