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Aussichten für Wirtschaft in Frankfurt wieder düsterer

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Von: Christoph Manus

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Die Industrie, hier der Industriepark Höchst in Frankfurt, blickt pessimistischer in die Zukunft. Das liegt vor allem an den stark gestiegenen Rohstoffpreisen.
Die Industrie, hier der Industriepark Höchst in Frankfurt, blickt pessimistischer in die Zukunft. Das liegt vor allem an den stark gestiegenen Rohstoffpreisen. © ROLF OESER

Der Krieg Russlands gegen Ukraine trifft die Wirtschaft im IHK-Bezirk zusehends. Viele Unternehmen rechnen mit schlechteren Geschäften. Furcht gibt es vor einem Gasembargo.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und dessen Auswirkungen könnten die Erholung der regionalen Wirtschaft nach der Corona-Krise zumindest deutlich bremsen. Das legen die Ergebnisse einer Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt nahe. Ihr Präsident Ulrich Caspar spricht von einem „starken Dämpfer“.

Zwar schätzen die 3000 befragten Unternehmen in Frankfurt, Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis ihre Lage im Schnitt noch positiv ein. Deutlich düsterer als zuletzt sind allerdings die Erwartungen. 28 Prozent der Befragten rechnen inzwischen mit schlechter werdenden Geschäften. Das ist ein Anstieg um zwölf Prozentpunkte. Nur noch 19 Prozent gehen hingegen von einer Verbesserung der Lage für ihr Unternehmen aus.

Alle Branchen außer dem Gastgewerbe blicken nach Zahlen der Konjunkturumfrage pessimistischer als im Winter in die Zukunft. Besonders deutlich eingetrübt haben sich die Aussichten für die Industrie und das Baugewerbe, die vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie kamen. Nun sehen sich diese laut IHK durch die verschärften Lieferkettenprobleme und die steigenden Energie- und Rohstoffpreise mit enormen Herausforderungen konfrontiert.

59 Prozent der befragten Unternehmen nennen inzwischen die steigenden Kosten als größtes Risiko für ihre Geschäftsentwicklung. Etwa jedes zweite Unternehmen klagt über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen oder den Fachkräftemangel.

Die Lage könnte sich nach Einschätzung der IHK Frankfurt noch deutlich verschlechtern, falls es zu einem Einfuhrverbot für russisches Gas kommt. Ein solches Embargo würde insbesondere die energieintensive Industrie treffen, etwa Chemiebetriebe, heißt es bei der IHK. Wenn es dort zu Unterbrechungen der Produktion komme, habe das schwerwiegende Folgen für den Wirtschaftsstandort. „Der dadurch ausgelösten Kettenreaktion kann sich dann auch der Dienstleistungssektor nur noch schwer entziehen“, sagt IHK-Präsident Caspar. „Eine Rezession wäre sehr wahrscheinlich.“

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