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Gäste vor dem Restaurant Walden.

Innenstadt

Außengastronomie regulieren

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Lokale an der Weißadlergasse sollen Tische im Freien begrenzen. Wirte sorgen sich um Existenz.

Vor allem im Sommer sind die vielen Tische und Stühle vor den Lokalen an der Weißadlergasse restlos belegt. Die Menschen genießen ihre Mittagspause, frühstücken in einem der Cafés oder dinieren in einem der Restaurants. Der Ortsbeirat 1 möchte nun, dass die Stadt die Außengastronomie dort reguliert. In der Sitzung am Dienstag verabschiedete das Gremium dazu einen Antrag der CDU.

Darin steht, dass nur dann eine Genehmigung für Tische im Freien erteilt werden soll, wenn genügend Fläche vorhanden sei. Vor allem auf der südlichen Seite sei der Bürgersteig sehr schmal. Teilweise kämen Fußgänger kaum noch durch, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Kinderwagen schon gar nicht. Das Gremium fordert, dass die Flächen gekennzeichnet werden, entweder durch kleine Markierungen aus Metall, die es teilweise schon gebe, oder durch weiße Linien, wie sie etwa in Hamburg gezogen würden.

Vertreter der Gastronomen aus der Weißadlergasse waren in die Sitzung gekommen, um für ihre Lokale in der Straße zu werben. Denn schließlich sorgten sie für eine Belebung des Quartiers und hielten sich auch an die Begrenzungen. Die Stadt sollte hier konziliant schauen, findet auch Thomas Klüber, der dort seit 14 Jahren das Walden betreibt. Der Bereich sei über die Jahre natürlich gewachsen und habe sich gut entwickelt. „Im Gegensatz zu anderen Straßen in der Innenstadt haben sich hier nur Individualgastronomen angesiedelt und keine Ketten.“ Das schätzten Frankfurter genauso wie Touristen, sagt Klüber, der auch das Oosten an der Weseler Werft und das Schiff Freigut betreibt. Gerade für kleinere Gastronomen würde das Streichen des Außenbereichs ein Todesurteil bedeuten. Er selbst halte sich an die Begrenzung, das klappe gut. Natürlich komme es vor, dass Gäste ihren Stuhl verschieben, aber dann versuche das Personal zu moderieren. Ihm sei wichtig, dass man zu einer Lösung komme, die allen passe.

Der Ortsbeirat diskutierte noch über weitere Anträge, die die Weißadlergasse zum Thema hatten. Einer, ebenfalls von der CDU, dreht sich um die Stichstraße Weißadlergasse, eine kleine Sackgasse am Karl-Ulrichs-Platz. Der Ortsbeirat fordert nun, dass diese für den Autoverkehr gesperrt wird. Sie wollen außerdem, dass die Bordsteine abgesenkt werden, um barrierefreies Überqueren zu ermöglichen. Fahrradbügel und zwei Bänke sollen ebenfalls hin. Der Unterpunkt, dass Außengastronomie auf dem Bürgersteig östlich der Stichstraße nicht genehmigt werde, sorgte für Diskussion und wurde nur mit knapper Mehrheit beschlossen. Die Gastronomie auf dem Platz bleibe davon unberührt, heißt es weiter.

Von wegfallenden Plätzen wäre das Restaurant Picknickbank betroffen. Inhaber Samir El Bojaddayni sieht seine Existenz bedroht. Natürlich wolle er niemanden behindern. „Wir sind jedoch nach der Neueröffnung auf den Außenbereich angewiesen und können unter keinen Umständen darauf verzichten oder Einschränkungen vornehmen“, sagt er. Dem Antrag sei nicht zu entnehmen, dass die Parkplätze in der Stichstraße zu einer Fläche für seine Außengastronomie aufgepflastert werden könnten. Weder seine Lieferanten noch Mitarbeiter seien auf die Parkplätze angewiesen, daher wäre dies für sie eine gute Ausweichmöglichkeit, um den Gästen draußen weiterhin genügend Sitzgelegenheiten anzubieten. „Wir hoffen auf eine zeitnahe Einigung.“

Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) ist im Nachhinein unglücklich über den Beschluss. „Das Picknickbank ist sehr charmant und belebt die Ecke.“ Er will nun einen Ortstermin mit den Betroffenen vorschlagen und nochmal überprüfen, was sinnvoll sei. Dabei könnte man sich auch die gesamte Straße genauer anschauen. Denn die Gastronomen berichten zudem, dass die Straße zum schnell fahren animiere, da sie enorm breit sei, und durch eine Kurve recht gefährlich.

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