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Vergnügte Frischlinge. Die ursprünglichen, natürlich.

Umweltpreis

Ausgezeichnete Frischlinge

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Die Waldkindergruppe des BUND erhält den Frankfurter Umweltpreis der Scherrer-Stiftung. Zur Freude über den Preis gesellt sich in diesem Jahr die Trauer um den Stifter Carl Scherrer, der vor wenigen Wochen im Alter von 94 Jahren starb.

Normalerweise trippeln Frischlinge vergnügt durch den Stadtwald, haben immer Hunger und lauter Unsinn im Kopf. Sie sind eben wild – sie sind ja auch die Kinder vom Wildschwein. Es gibt aber auch andere „Frischlinge“, die zwar ebenfalls gern wild und verrückt durch den Wald hüpfen, aber dabei auch die Natur schützen wollen: die Waldkindergruppe des BUND. Sie erhält in diesem Jahr den Frankfurter Umweltpreis der Carl-&-Irene-Scherrer-Stiftung.

Am Samstag, 31. Oktober, um 17 Uhr werden die Kinder, Betreuerinnen und Betreuer den Preis entgegennehmen. Die Laudatio hält Tina Baumann, die Leiterin der Abteilung Stadtforst des Frankfurter Grünflächenamts. Ort des Geschehens ist die Schwanheimer Revierförsterei in der Schwanheimer Bahnstraße 51. Es ist das Hauptquartier der Frankfurter BUND-Frischlinge und auch sozusagen der Geburtsort der Kindergruppe. Revierförster Holger Scheel hatte 2006 den Einfall, eine Gemeinschaft für junge Naturfreunde zu gründen, etwa für jene, die aus dem bereits bestehenden Schwanheimer Waldkindergarten herauswuchsen.

Neues wächst nach

Zur Freude über den Preis gesellt sich in diesem Jahr die Trauer um den Stifter Carl Scherrer, der vor wenigen Wochen im Alter von 94 Jahren starb. Der Bundesverdienstkreuzträger war ein weithin verehrter Vorreiter des Naturschutzes, in vielen Gremien aktiv. Dass nun eine Kindergruppe den nach Scherrer und seiner Frau benannten Preis erhält, steht auch symbolisch für die Natur: Für alles, was vergeht, wächst etwas Neues nach.

Der Frankfurter Umweltpreis, seit 1998 vergeben und mit 2000 Euro dotiert, gilt als einer der wichtigsten Preise seiner Art in der Region. Er wird am Samstag zünftig am Lagerfeuer mit Grillwürstchen gefeiert. Dabeisein werden auch Kinder, die dem Frischlingsalter schon entwachsen sind.

Im Betreuerteam der Gruppe arbeiten wahre Fachleute, etwa die Senckenberg-Wissenschaftlerin Renate Rabenstein. „Die Inhalte passen immer zur Jahreszeit“, sagt sie: etwa Habicht und Heldbockkäfer beobachten, auch mal den Müll am Grillplatz einsammeln. „Genauso wichtig ist uns aber auch, den Kindern Freiräume zu geben“, sagt Biologin Rabenstein. Die Treffen sind alle zwei Wochen am Mittwochnachmittag; willkommen sind auch Nicht-BUND-Mitglieder.

Manchmal bauen sie selbstständig einen Hindernisparcours um einen umgefallenen Baumstamm herum. „Wir bieten dann nur Hilfestellung an“, sagt Marc Dämkes, Betreuer seit 2011. „Kinder brauchen Vorbilder, können selbst aber auch Vorbild sein“, betont Elke Holzinger-Stuber, die Geografin und Umweltpädagogin im Team. Der soziale Umgang miteinander sei genauso wichtig wie Kenntnisse der Natur.

Für ihr Engagement erhielten die Frischlinge schon 2010 den Bruno-H.-Schubert-Preis. Den Frankfurter Umweltpreis nehmen sie als Ansporn für weitere Taten.

Mehr Infos zur Waldkindergruppe „Die Frischlinge“: www.bund-frankfurt.de oder E-Mail an heidi.wieduwilt@bund-frankfurt.de.

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