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Ausgehen zu Weihnachten

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Santa Claus motorisiert.
Santa Claus motorisiert. © REUTERS

Vor der Bescherung auf den Feldberg, die heilige Nacht im Stall verbringen oder den Gänsebraten in der Boulderhalle abtrainieren. Die FR gibt Tipps zum frohen Fest in und um Frankfurt.

Sie wollen an Weihnachten etwas unternehmen? Kein Problem. Es gibt zahlreiche Attraktivitäten zur Auswahl.

Bouldern

Mit oder ohne Familie kann man sich noch am Heiligabend selbst vor der Bescherung sportlich austoben und sich den Gänsebraten erstmal verdienen. Und zwar in der „Boulderwelt Frankfurt“ in der August-Schanz-Straße 50. „Gemeinsam warten wir mit Spiel, Spaß und Spannung auf das Christkind, anstatt gelangweilt daheim herumzusitzen!“, schreiben die Macher. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Die Boulder-Trainer bieten auch von 10 bis 14 Uhr ein abwechslungsreiches Kinderprogramm mit Bouldern, Basteln und Plätzchen backen an. Parallel startet um jeweils 10.30 und 12.30 Uhr eine kleine Boulder-Gruppe in einem Kinder-Parcours. Zusammen mit einem Trainer versuchen die Kids alle Boulder des Parcours zu erklimmen und verzeichnen ihre Erfolge zur Erinnerung auf einem Laufzettel. Aber auch wer es nicht mehr vor der Bescherung schafft, kann am ersten Weihnachtsfeiertag (10 bis 23 Uhr) und am zweiten Feiertag (8 bis 23 Uhr) Kalorien verbrennen. Kinder zahlen 6,90 Euro; Erwachsene 9,90 Euro. Neu-Boulderer können sich Kletterschuhe für 4 Euro (Erwachsene) und 3,50 Euro (Kinder) ausleihen.

Party

Wer sich schon vor dem Essen mit der Familie zerstreitet, findet familiären Halt in der Off-Location unter der Honsellbrücke. Man darf aber auch seine Lieben gleich mitbringen. Der Kunstverein Familie Montez zeigt von 19 bis 23 Uhr zwei Filme, dazu gibt es kostenlos „Suppe, Brot und familiäre Geborgenheit.“ Es laufen die beiden dänischen Autorenfilme „Babettes Fest“(1987) nach einer Erzählung von Karen Blixen und „Adams Äpfel“(2005) des Regisseurs Anders Thomas Jensen. Der Eintritt ist frei. Wer lieber im Bahnhofsviertel tanzen gehen mag, kann das in der Pik Dame, Elbestraße 31, ab 23 Uhr tun. Die Wiesbadener können im Schlachthof für sieben Euro zu House und Elektro tanzen: bei „Die Party, die mal Living Room hieß“, dem jährlichen Get-Together von „Feiertags-Heimkehrern und Weihnachtsdrückebergern“ wie die Veranstalter sagen. Der Abend schwankt zwischen „Hände in die Luft werfen“ und „späterem Schuhe-auf-dem-Weg-nach-Hause-verlieren“. Klingt gut.

Kultur

Ernst ist das Leben, heiter die Kunst. Es handelt sich also fraglos um Kunst, wenn Universalzampano Bernd Reisig unter dem Titel „Wir saufen uns die Verwandtschaft schön“ für den Abend des 1. Weihnachtsfeiertages ins Bürgerhaus Bornheim bittet. Von 20 Uhr an stehen dort die Comedians Woody Feldmann, Pu & Khalid, Lena Liebkind und Faisal Kawusi in der Bütt. Zudem gibt es einen Nachschlag des immer beliebter werdenden Hate Slam „Sehr geehrtes Herr Arschloch“, in dem die drei großen Frankfurter Tageszeitungen sich gegenseitig ihre unflätigsten Leserbriefe um die Ohren hauen. Karten gibt es ab 35 Euro im Internet unter www.ticketing.berndreisig.de. Für 149 Euro gibt es sogar ein VIP-Ticket, das allerdings auch so einmalige Extrawürste wie „Reservierter Parkplatz direkt im Parkhaus unter der Halle“ bietet. Eigentlich auch schon ganz schön lustig!

Stall

Der heutige Heiligabend ist ein guter Anlass, mal den Tieren Danke zu sagen. Schließlich waren sie es, die Josef und Maria bei sich im Stall aufgenommen und das Jesuskind auf der Welt begrüßt haben sollen; die Menschen waren da weniger gastfreundlich. „Bei Ochs und Esel“ veranstaltet deshalb die katholische Pfarrei St. Jakobus in Frankfurt-Schwanheim eine etwas andere Weihnachtsfeier und lädt um Mitternacht in den Kobeltzoo, Schwanheimer Bahnstraße 5, ein. „Wir laden ein zu den Tieren, die ja noch vor den Menschen an der Krippe beim neugeborenen Kind waren“, teilt der ausrichtende Pastoralreferent Hans-Peter Labonte mit. Dabei soll auch die Frage beantwortet werden, warum Ochs und Esel überhaupt an der Krippe stehen, obwohl sie im Neuen Testament nicht erwähnt werden. Es gibt Musik, Lieder, eine besinnliche Geschichte, Plätzchen und heiße Getränke – und die Esel und die anderen Tiere freuen sich über mitgebrachte Karotten und Äpfel Bereits um 17 Uhr wird heute am anderen Ende der Stadt Weihnachten im Stall gefeiert: in einer beheizten Scheune des Mainäppelhauses auf dem Lohrberg, Klingenweg 90, stilecht mit Stroh und Schafen. Den Weihnachtsgottesdienst richtet zum wiederholten Male die frei-evangelische Mosaikgemeinde aus Bergen-Enkheim aus.

Tanzen

Als das ZDF noch diese grandiosen Weihnachtsserien ausstrahlte, wollten 1987 alle Mädchen tanzen können wie Anna Ballerina. Die meisten mussten schnell feststellen, dass ein rosa Tutu leider nicht ausreicht, um es auf die Spitze oder ins TV zu schaffen. Wer nun echte Primaballerinen sehen will, kann dies am zweiten Weihnachtsfeiertag tun. Da tanzt das Staatsballett des Bolschoi Theater Belarus aus Minsk Tschaikowskys Klassiker „Der Nussknacker“. Und zwar in der Jahrhunderthalle in Frankfurt (ab 48 Euro) um 19.30 Uhr. Alternativ wäre auch für Tanzfreunde der für sieben Golden Globes nominierte Musicalfilm „La La Land“ mit Emma Stone und dem schönen Ryan Gosling eine sehr gute Option: Im Berger Kino in Frankfurt läuft der Film vor dem offiziellen Kinostart (12. Januar) am 25. auf Deutsch und am 26. Dezember im Original mit Untertiteln (jeweils um 19.15 Uhr). Die Story: Mia (Emma Stone) ist Schauspielerin und träumt von einer Karriere in Hollywood, wird aber als Kaffeebotin abgestempelt. Auch der Jazzpianist Sebastian (Ryan Gosling) müht sich fernab des Erfolgs. Die beiden verlieben sich und beschließen gemeinsam die Bühnen der Welt zu erobern, müssen jedoch bald feststellen, dass das Showbusiness härter ist als gedacht.

Börse

Wer Hobbys hat, mit denen sich die Verwandtschaft nicht auskennt, beschenkt sich am besten selbst. In der Frankfurter Jahrhunderthalle, Pfaffenwiese 301, kommen am zweiten Weihnachtsfeiertag diverse Nerds auf ihre Kosten. Im Kasino 1 können Musik- und Filmfans von 11 bis 17 Uhr Ton- und Bildträger aller Art jagen, von der guten alten Vinylschallplatte bis zur Blue-Ray-Disc. Außerdem gibt es einen Comic-Bereich mit Büchern, Heften und Figuren. Der Eintritt kostet 3,50 Euro, ermäßigt 3 (unter 14-Jährige frei). Im Kasino 2 auf der Modellbahnbörse können derweil von 10 bis 15.30 Uhr Schiffsminiaturen, Auto- und Zugmodelle erworben werden, der Eintritt kostet vier Euro. Und die Verwandtschaft, die gut gemeint, aber ahnungslos das falsche Eisenbahnmodell geschenkt hatte, kann zu Belehrungszwecken einfach mitgebracht werden – Kinder und Lebenspartner (oder eher Partnerinnen?) genießen freien Eintritt.

Mitmachen

Wer diesen Advent noch kein Schaf im Krippenspiel mimen durfte, hat heute vielleicht die letzte Gelegenheit dazu. Die Schauspielprofis des Frankfurter Galli-Theaters laden bei der Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens Kinder zum Mitmachen ein. Die Schauspielerinnen und Schauspieler reagieren spontan auf Zuruf und lassen ihr Publikum an vielen Stellen wirken. Die Nachmittagsveranstaltung am heutigen Heiligabend ist schon ausverkauft, aber kurzentschlossene Eltern können die Kleinen um 11 Uhr mit den Großeltern zur Frühvorstellung in die Hamburger Allee 45 schicken (und währenddessen noch letzte Einkäufe erledigen oder den Baum schmücken ...). Karten zu 7,60 für Kinder und 10,90 Euro für Erwachsene gibt es unter galli-frankfurt.de und telefonisch: 069 / 97 09 71 52. Auch am 25. und 26. Dezember hat das Galli-Theater Aufführungen: „Der Wolf und die sieben Geißlein“, „Sterntaler“ und das Mitmach-Stück „Märchenkarussell“.

Feldberg

Den Vogel schoss im vergangenen Jahr die mobile Sauna ab. Ein Traktor zog sie aufs Feldbergplateau – samt schwitzendem Inhalt. Auch der Motorradfahrer mit dem geschmückten Weihnachtsbäumchen auf dem Sozius war ein Hingucker oder der verkleidete Hund im Beiwagen. Nikoläuse gibt es in allen Farben, Hasen, Engel. Die Samba-Jünger aus Neuenhain bringen die Leute in Stimmung, Alphörnbläser waren 2015 auch da. Und es gibt jede Menge skurriler fahrbarer Untersätze zu bewundern – landwirtschaftliches Gerät von anno dazumal, Quads, Oldies. Das jährliche Treffen am Vormittag des Heiligabends ist Kult. Keiner organisiert es, keiner weiß, wie lange es schon stattfindet. Doch von Jahr zu Jahr machen sich mehr gut gelaunte Menschen auf den Weg, um sich vor dem besinnlichen Teil des Fests noch etwas Ausgeflipptes zu geben. Und das ist das Treffen auf dem Feldberg mit Sicherheit. Um 8 Uhr soll heute der Regen aufhören, um 9 Uhr macht der Feldberghof auf. Und dann wird es in der Gaststätte und rundherum wieder sehr schnell rappelvoll, sagt Mitarbeiterin Janina Vetter. Ihr Tipp: frühzeitig losfahren. Irgendwann staut sich alles. Und gegen 14 Uhr sind sie plötzlich alles fort. (rose/skb/msa/jur)

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