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Eine Mitarbeiter der Bundespolizei Flughafen Frankfurt am Main gibt einem Mann einen Flyer mit Infomaterial zu den Quarantänemaßnahmen als Schutz vor dem Coronavirus .

Rhein-Main

Ausgang für Rückkehrer verboten

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Bundespolizei informiert tausende Reisende am Flughafen Frankfurt über häusliche Quarantäne.

Es ist die Osterreisewelle der etwas anderen Art: Rund 6000 Passagiere sind am Karfreitag aus allen Teilen der Welt auf dem Frankfurter Flughafen gelandet. Tausende waren mit Evakuierungsflügen des Auswärtigen Amts aus Südafrika, Thailand, Neuseeland und Barbados nach Deutschland zurückgeholt worden.

Für die Bundespolizei war der Dienst am Flughafen an diesem Freitag daher Schwerstarbeit. Die Beamten mussten die Passagiere über die neue Quarantänepflicht informieren. Die meisten einreisenden Passagiere bekamen dafür bei der Passkontrolle einen Flyer in die Hand gedrückt. Manche Reisende mussten aber auch am Flieger abgepasst werden, wie Reza Ahmari von der Bundespolizei berichtete: „Bei einem Flug aus Amsterdam haben die Reisenden den Flyer direkt an der Maschine in die Hand gedrückt bekommen.“

Wer aus dem Ausland nach Deutschland einreist, muss als Schutz vor dem Coronavirus zwei Wochen in häusliche Quarantäne, unabhängig davon, woher er gerade kommt. In den Flugblättern steht auch, dass sich die Reisenden bei ihrem örtlichen Gesundheitsamt melden müssen.

Vereinbarung seit Freitag in Kraft

Die Vereinbarung von Bund und Ländern ist seit Freitag in Kraft und gilt vorerst bis zum 19. April. Es gibt aber auch einige Ausnahmen, etwa für jemanden, der weniger als 24 Stunden im Ausland war oder bestimmte Saisonarbeiter. Auch bei Menschen auf der Durchreise machte die Bundespolizei am Freitag Ausnahmen. „Wenn uns jemand glaubhaft versichern konnte, dass er sich in einen Mietwagen setzt und nach Hause in die Niederlande will, dann haben wir ihn fahren lassen“, sagte Ahmari.

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Kritik gegeben, weil die Kontrollen am Flughafen bei Rückkehrern aus Risikogebieten zu lasch gewesen seien oder es gar keine gab. Reza Ahmari hält dem entgegen, die Beamten der Bundespolizei hätten am Flughafen in den vergangenen Wochen rund 230 Flüge mit mehr als 50 000 Passagieren kontrolliert. Nach der Landung eines Fliegers aus einem Risikogebiet habe die Bundespolizei Kontakt zum Piloten aufgenommen, um zu erfahren, ob sich an Bord Verdachtsfälle auf eine Covid-19-Erkrankung befänden.

Erst danach sei entschieden worden, ob die Maschinen am Terminal andocken durften. In gewisser Weise wird es für die Bundespolizei in den kommenden Tagen einfacher werden, da jetzt fast alle ankommenden Reisenden aus dem Ausland gleich behandelt werden sollen.

Ausflüge vernünftig planen

Insgesamt waren am Karfreitag am Flughafen laut Bundespolizei etwa 10 000 Passagiere. Wegen der zahlreichen Evakuierungsflüge verhältnismäßig viel dieser Tage, doch kein Vergleich zu sonstigen Osterfesten, bei denen es an einem solchen Tag mehr als 200 000 Passagiere waren.

Die vielen Menschen im Rhein-Main-Gebiet, die notgedrungen nicht in die Ferne fliegen durften, müssen sich auch zu Hause mit zahlreichen Verboten und Geboten arrangieren. Einige Ausflugsziele, wie etwa die Besucherplattform des Herzbergturms bei Bad Homburg, bleiben an Ostern gleich ganz geschlossen. Die Parkplätze am Feldberg sind geöffnet, der zuständige Hochtaunuskreis appellierte aber an die Vernunft der Bürger: „Fahren Sie nicht alle auf den Feldberg“, bat Landrat Ulrich Krebs. Die Reaktion vieler Ausflügler am vorigen Wochenende: Aber wenn ich doch der Erste bin… Denn schon am Samstag gegen 9.30 Uhr musste der Parkplatz am Großen Feldberg wegen Überfüllung geschlossen werden. Landrat Krebs empfahl Ausflüglern, sich im weniger besuchten nördlichen Bereich des Naturparks Taunus ein ruhigeres Fleckchen zu suchen.

Die Behörden wiesen aber darauf hin, dass auch der Wald kein rechtsfreier Raum sei und die Auflagen zum Kontaktverbot dort ebenfalls eingehalten werden müssten. Die Stadt Wiesbaden mahnte, der Drang nach einem freien Platz in der Natur dürfe nicht zu Lasten von Pflanzen und wilden Tieren gehen. Eine Rast auf der Decke sei nur in einer Entfernung von maximal zehn Metern zum Weg erlaubt.

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