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An den Ausgabestellen läuft das Zusammenspiel von Mitarbeitern und freiwilligen Helfern. 

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Ausgabestelle der Frankfurter Tafel macht wieder auf

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Die Tafel kann nun auch in Rödelheim ihre Kunden weiter versorgen, weil ein Ersatzort gefunden wurde. Und freiwillige Helfer, die in diesen Zeiten unverzichtbar sind.

Es gibt auch noch gute Nachrichten inmitten der Corona-Krise: Die Frankfurter Tafel kann die Ausgabestelle in Rödelheim, die in den vergangenen Wochen geschlossen war, wieder aufmachen. Für die 72-jährige Edith Kleber, die seit 1997 für die Tafel arbeitet, seit 2000 im Vorstand, und ihr Team ist das eine Bestätigung ihrer kämpferischen Einstellung.

Denn von Anfang an war ihnen klar: Die Tafel zu schließen, wie es andernorts in Hessen schon passiert ist, war keine Option. „Natürlich ist das gerade eine schwierige Situation, so wie für alle. Aber wir können in diesen Zeiten Menschen, die es sowieso schon schwer haben, nicht einfach stehenlassen.“

In Rödelheim war das anfangs nicht machbar. Die Ausgabe findet in einem Altenheim statt, und das ist derzeit nicht möglich. Ein Ausweichort bei einem Sportverein kam nicht infrage, weil dieser für die meist älteren Kunden nicht gut erreichbar sei. Dann kam der Hinweis auf das Cyriakus-Gemeindezentrum in der Alexanderstraße 37, wo ab dem kommenden Montag wieder Lebensmittel ausgegeben werden. Dann mit tatkräftiger Unterstützung der Frankfurter Ultras, die das Team mit mehreren Helfern unterstützen und so den Betrieb sichern.

Die Frankfurter Tafel

Die Frankfurter Tafel  existiert seit 1995. Angefangen mit einem Caravan, gehören mittlerweile elf Transporter zur Flottel.

An den zwölf  Lebensmittelausgaben werden bis zu 15 000 Kunden pro Monat versorgt, hinzu kommen fast 10 000 weitere über die sozialen Einrichtungen, die von der Tafel beliefert werden.

Derzeit ist die Tafel  vor allem auf Geldspenden angewiesen. Infos dazu gibt es auf der Homepage unter www.frankfurter-tafel.de. 

An einer anderen Ausgabestelle, in Bonames, herrscht an einem Donnerstag während der Corona-Krise Hochbetrieb. Im Hof der Kirchengemeinde St. Lioba am Ben-Gurion-Ring stehen mehrere Transporter. Aus ihnen schleppen rund ein halbes Dutzend Helfer – Alt und Jung – Kisten und Kartons mit Nahrungsmitteln: Obst, Gemüse, Konservendosen, Gebäck, Säfte und vieles mehr. Anschließend wird alles sortiert und in grünen Boxen für die Ausgabe vorbereitet.

Die Abläufe stimmen, sie wirken routiniert. Das ist nicht selbstverständlich, „denn ohne freiwillige Helfer würde das alles nicht laufen“, sagt Kleber. Nun seien an jeder Ausgabestelle zwei bis drei reguläre Mitarbeiter tätig, dazu bis zu fünf oder sechs Freiwillige. „Anders geht es nicht, denn viele unserer Mitarbeiter sind älter, zählen zur Risikogruppe und bleiben daher momentan daheim“, erklärt die 2. Vorsitzende der Tafel.

In Seckbach läuft die Verteilung ebenfalls weiter, obwohl dort das gesamte Team aus Altersgründen ausfiel. „Da bin ich dann eben selbst eingesprungen“, sagt Kleber, zusammen mit freiwilligen Helfern. In Höchst übernehmen die Mitarbeiter, die die Freitagsschicht stemmen, nun auch noch die am Mittwoch. „Ohne zu klagen“, so Kleber glücklich.

Die Einschränkungen treffen aber auch die Kunden. Die Lieferungen an soziale Einrichtungen sind ganz ausgesetzt, zu den Lebensmittelausgaben, bei denen es keine Neuaufnahmen mehr gibt, kommen aktuell nur noch rund 50 Prozent der Besucher; älteren Kunden wird geraten, ganz zu Hause zu bleiben. „Die meisten halten sich auch daran“, hat Edith Kleber festgestellt. Eine Alternative kann sie leider nicht bieten.

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