Frankfurt

Ausbeutung auf dem Bau

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Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt fordert eine bessere Absicherung für Solo-Selbstständige.

In Frankfurt arbeiten nach Einschätzung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) immer mehr Solo-Selbstständige. Seit dem Wegfall der Zulassungspflicht für viele Handwerksbetriebe sei etwa die Zahl der Fliesenlegerbetriebe deutlich gestiegen, die der Betriebe in der Gebäudereinigung sogar um 86 Prozent. Doch viele Ein-Mann-Firmen beuteten sich selbst aus, arbeiteten ohne soziale Absicherung und kämen auf Einkommen, die teils unter dem Mindestlohn lägen, sagt die IG-Bau-Bezirksvorsitzende Carla Rodrigues.

Und das schlage sich auch auf die Qualität nieder. Auf Portalen wie Myhammer oder Helpling bekomme man zwar den Eindruck, ein Fachmann sei nur ein paar Klicks entfernt. Ein Großteil dieser Selbstständigen arbeite aber ohne Gesellenbrief.

Sich selbst ausbeutende Selbstständige erhöhten zudem den Preisdruck für Betriebe, die ihre Leute ordentlich bezahlten und Sozialabgaben bezahlten, sagt Rodrigues. Sie fordert auch deshalb die Politik auf, für eine bessere Absicherung der Ein-Mann-Unternehmen zu sorgen, diese etwa in die Altersversorgung der Bauwirtschaft einzubeziehen oder sie zum Abschluss einer Unfallversicherung zu verpflichten. „Am Ende brauchen wir aber wieder eine Meisterpflicht in allen Handwerksbereichen“, sagt Rodriguez. Nur diese sichere Qualität und Nachwuchs. 

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