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Seit Monaten wird schon an der S6-Strecke gearbeitet. Jetzt verzögert sich der Ausbau aber noch weiter.

Verkehr

Ausbau der S6 von Frankfurt nach Bad Vilbel verzögert sich

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Die Strecke von Frankfurt nach Bad Vilbel soll nun Ende 2023 in Betrieb gehen.

Der viergleisige Ausbau der S-Bahn-Strecke von Frankfurt nach Bad Vilbel verzögert sich um mindestens ein Jahr. Die Fertigstellung verschiebe sich zunächst von Dezember 2022 auf Dezember 2023, sagte eine Bahnsprecherin. Das liege im Wesentlichen daran, dass die Arbeiten in einigen Abschnitten später begonnen hätten. Unter anderem hatten Anwohner dagegen geklagt, ihre Grundstücke zur Verfügung stellen zu müssen. Die Bahn musste sogenannte vorläufige Besitzeinweisungen erwirken und Rodungen verschieben. Das kostete Zeit.

Probleme gab es auch mit den Logistikwegen. Zum Beispiel hatten sich Anwohner in Berkersheim beschwert, dass die Lastwagen durch den Ortskern fuhren, statt wie geplant auf Logistikwegen zur Baustelle geleitet zu werden. „Hinzu kamen Erschwernisse bei den umfangreichen Dammarbeiten und bei den Oberleitungsarbeiten, die mehrfach europaweit ausgeschrieben werden mussten“, sagte die Sprecherin.

Die Deutsche Bahn baut die beiden neuen Gleise zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel auf 13 Kilometern bei laufendem Betrieb. Sperrungen sind regelmäßig von Mitternacht bis morgens um fünf Uhr. Weitere Sperrungen stehen jeweils an den Wochenenden in den Osterferien und in den Sommerferien an.

Wie die Sprecherin weiter ausführte, habe die Diskussion über die Harheimer Brücke, die neu gebaut werden soll, den Prozess weiter verzögert. Selbst wenn einzelne Abschnitte, etwa zwischen Frankfurt-West und Ginnheim, schon vor Ende 2023 fertig wären, könnte die Strecke nicht teilweise, sondern nur komplett in Betrieb genommen werden.

Bis Ende 2023 will die Bahn nun die fünf Stationen Eschersheim, Frankfurter Berg, Berkersheim in Frankfurt sowie Bad Vilbel und Bad Vilbel Süd barrierefrei umbauen. Neu errichtet wird die S-Bahn-Station Ginnheim. Dies ist der sogenannte erste Bauabschnitt.

Der zweite Bauabschnitt soll nach 2023 folgen. Er liegt zwischen Bad Vilbel und Friedberg und ist 17 Kilometer lang. Das Genehmigungsverfahren läuft noch. Nach dem aktualisierten Zeitplan wäre ein Ende der Arbeiten 2028 möglich.

Die gesamten Kosten gibt die Bahn derzeit noch mit 550 Millionen Euro an. Vor dem Hintergrund der Verzögerung werden sie sich aller Voraussicht nach deutlich erhöhen. Getragen werden die Kosten zu 60 Prozent vom Bund, den Rest übernehmen das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und der Wetteraukreis. Im Sommer will Projektleiter Julian Fassing den Zeitplan erneut überprüfen. Es sei möglich, dass die Corona-Krise die Arbeiten weiter verzögere. So stünden Arbeitstrupps aus osteuropäischen Ländern wegen der Einreisebeschränkungen derzeit nicht zu Verfügung.

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