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Aus für Musikmesse Frankfurt nach über 40 Jahren

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Von: Florian Leclerc

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Die Musikmesse Frankfurt war einmal der Ort, um Gitarren auszuprobieren. Foto: Peter Jülich
Die Musikmesse Frankfurt war einmal der Ort, um Gitarren auszuprobieren. © Peter Juelich

Nach mehr als 40 Jahren endet in Frankfurt eine musikalische Ära – die Messegesellschaft verkündet das Aus für die Musikmesse Frankfurt. In China geht es hingegen weiter.

Frankfurt – Es ist das Ende einer traditionsreichen Geschichte: Nach mehr als 40 Jahren will die Messegesellschaft in Frankfurt von diesem Jahr an keine Musikmesse mehr in Frankfurt veranstalten. Wie die Messe-Geschäftsführung mitteilte, werde sich das Unternehmen auf „profitable Umsatzbringer“ konzentrieren. Die Musikmesse Frankfurt gehört demnach nicht mehr dazu.

Nach ihrer Gründung im Jahr 1980 war die Musikmesse in Frankfurt der Ort, an dem sich internationale Instrumentenhersteller, Musikerinnen und Musiker, Musikinteressierte und das Fachpublikum Jahr für Jahr trafen. An vier Tagen im Frühling wurde auf Schlagzeugen getrommelt, wurden Gitarren gespielt und Verstärker ausprobiert.

Gerade für Gitarrenfans war die Musikmesse Frankfurt das Highlight des Jahres. Große Marken wie Fender, Gibson, Marshall waren zugegen, Gitarrenhelden wie Slash von Guns n’ Roses verteilten Autogrammkarten.

Musikmesse Frankfurt kommt nicht zurück: Zuletzt Aussteller- und Besucherschwund

Zuletzt war die Musikmesse Frankfurt gezeichnet von einem herben Ausstellerschwund – die großen Marken fehlten. Auch die Zahl der Besucherinnen und Besucher ging zurück. Mit einem Festivalprogramm versuchte die Messe entgegenzuwirken.

Pandemiebedingt fiel die Musikmesse 2020 und 2021 aus. Von 29. April bis 1. Mai 2022 sollte es wieder soweit sein – inklusive Begleitprogramm wie einem Festival, einem Kongress, Bildungs- und Netzwerkveranstaltungen.

Daraus wird nun nichts. „Die Fachmesse Musikmesse Frankfurt wird nicht fortgesetzt“, teilte die Messe-Geschäftsführung mit. „Die Gründe hierfür sind marktbedingt. Die Marktstruktur hat sich derart verändert, dass keine wirtschaftliche Perspektive für das Produkt mehr erwartet werden kann.“

Zuletzt kamen noch knapp 26.000 Menschen auf die Musikmesse in Frankfurt. Im Rekordjahr 2013 sind es 113.000 Besucherinnen und Besucher in Frankfurt gewesen.

Aus für Musikmesse Frankfurt: Messe in China soll bleiben

Von der Absage unberührt bleibt die Musikmesse in China, die Music China. „Sie leistet einen erheblichen Wertbeitrag für das Unternehmen“, so die Messe-Geschäftsführung. 2019, also vor der Pandemie, besuchten 122 519 Menschen die Music China in Shanghai – also mehr Menschen als die Musikmesse Frankfurt in ihren besten Zeiten.

Die Messe Prolight + Sound für die Licht- und Audiobranche, welche die Musikmesse seit 1995 begleitete, soll weiterhin stattfinden, in diesem Jahr von 26. bis 29. April.

Die Messe-Geschäftsführung – Wolfgang Marzin, Uwe Behm und Detlef Braun – kündigte außerdem an, die Mobilitätsmesse Hypermotion (15. bis 17. November) um Konferenzthemen weiterentwickeln zu wollen. Die Konsumgütermessen Ambiente, Christmasworld und Creativeworld finden im Februar 2023 erstmals zeitgleich in Frankfurt statt. Zuletzt hatte die Messe Frankfurt die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) an München verloren. Große Teile der Frankfurt Fashion Week gingen nach Berlin zurück.

In diesem Jahr sollen in Frankfurt 135 Messen, Kongresse und Konzerte stattfinden, teilte die Geschäftsführung mit. Beginnen sollen sie mit der Prolight + Sound – die um die Musikmesse ärmer wird. (Florian Leclerc)

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