Klimakrise

Wut aufs Wässern der Bäume in Frankfurt

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Umweltverbände gehen die Stadt Frankfurt heftig an: Sie solle die Bäume nicht mit Trinkwasser gießen. Die Naturschützer sind offenbar stinksauer.

Ungewöhnlich harsch kritisieren vier Umweltverbände die Stadt dafür, dass sie trotz des Regens der vergangenen Wochen ihre Jungbäume mit Frischwasser gießt. Die „rücksichtslose Trinkwasserverschwendung der Stadt Frankfurt trotz Klimawandel“ nehme „groteske Züge an“, heißt es in dem offenen Brief an alle Stadtverordnetenfraktionen.

Unterzeichnende sind die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), die Schutzgemeinschaft Vogelsberg, die Aktionsgemeinschaft Rettet den Burgwald und die Naturfreunde Hessen.

„Völlig unbeeindruckt vom aktuellen Waldsterben und von der Wassernot in den Fernwassergewinnungsgebieten Hessisches Ried, Vogelsberg und Burgwald bewässert die Stadt Frankfurt auch im Oktober ihre Stadtbäume weiter mit bestem Trinkwasser aus diesen Regionen“, schreiben die Verbände in der gemeinsam beschlossenen Erklärung. Von Scheinheiligkeit, Zynismus und Ignoranz der Stadt ist darin die Rede.

Hauptkritikpunkt: Frankfurt beute seit langem die Wasservorkommen der Umgebung aus, statt ein Brauchwassersystem zu installieren; nun werde Trinkwasser sogar verwendet, während es regne, um die Grundwasservorräte aufzufüllen. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) hatte bereits bedauert, dass Frankfurt kein Brauchwassernetz hat, das Vorgehen des Grünflächenamts aber gebilligt. Der Frankfurter SDW-Vorsitzende Werner Ebert sagte auf Anfrage, er selbst hätte den Brief vermutlich anders formuliert, stehe aber im Prinzip dahinter. 

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