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In der Bessermerstraße 7 möchte der Verein  Islamische Informations- und Serviceleistungen  (IIS) ein islamisches Kulturzentrum samt Moschee errichten.
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In der Bessermerstraße 7 möchte der Verein Islamische Informations- und Serviceleistungen (IIS) ein islamisches Kulturzentrum samt Moschee errichten.

Islamisches Kulturzentrum in Bergen-Enkheim

Aufregung um Moscheebau

  • Jan Klauth
    vonJan Klauth
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Hitzige Debatte um das geplante islamisches Kulturzentrum in der Bessemerstraße in Bergen-Enkheim. Bürger befürchten Verkehrs- und Parkplatzprobleme.

Der geplante Moscheebau in der Bessemerstraße sorgt weiterhin für Aufregung. Mehr als 200 Besucher fanden sich am Dienstagabend zu einer Podiumsdiskussion des Ortsbeirats 16 im Volkshaus Enkheim ein. Vorausgegangen war ein Protest der Bürgerinitiative Bessemerstraße. Diese möchte den vom „Verein Islamische Informations-und Serviceleistung“ (IIS) geplanten Umbau der ehemaligen Firma Gutmann in ein Islamisches Kulturzentrum samt Moschee verhindern (die FR berichtete).

„Heute Abend geht es ums Fragenstellen und Faktensammeln“, betonte Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese. Eine religiöse Debatte und Beleidigungen werde man nicht dulden. Das eigentliche Thema, der geplante Umbau, geriet in der teils hitzig verlaufenden Debatte jedoch schnell in den Hintergrund. Bereits zu Anfang äußerte der Stadtverordnete Mathias Mund (BFF), der die BI unterstützt, Kritik an der Besetzung des Podiums. „Den Bürgern werden nur Fürsprecher der Moscheegemeinde vorgesetzt.“ Die Journalistin Canan Topçu und der Vorsitzende des Frankfurter Rats der Religionen, Joachim Valentin, seien keine „unabhängigen Experten“.

Ortsbeirat und Stadtverordneter Dimitrios Bakakis (Grüne) bezeichnete die Kritik als „unverschämten Vorwurf“. Weder Mund noch Ellen Wild von der Bergen-Enkheimer BFF hätten aufs Podium gewollt – trotz Einladung. Auch der Platz der Bürgerinitiative auf der Bühne blieb unbesetzt. Er selbst sei weder als Für- oder Gegensprecher, so Bakakis. „Die an den Tag gelegte Polemik hilft aber keiner der Parteien weiter.“ Bakakis berichtet von hasserfüllten E-Mails, die den Ortsbeirat erreicht hätten. Deren rechte Gesinnung sei im Stadtteil nicht zu tolerieren.

Wiederholt vorgebracht wurde die Verkehrs-und Parkplatzproblematik. „In der Bessemerstraße ist schlichtweg kein Platz für mehrere hundert Besucher, die mit dem Auto anreisen“, sagte Wild. Zusätzlich werde der Stadtteil in den kommenden Jahren durch den Bau des Riederwaldtunnels und die Vergrößerung des Hessen-Centers belastet. „Das Chaos wird über Enkheim hereinbrechen.“

Markus Radermacher vom Planungsamt versuchte zu beschwichtigen. „Selbstverständlich muss die Gemeinde alle Regelungen einhalten.“ Dazu zählten etwa Lärmvorschriften und die Stellplatzsatzung. Nur wenn alle Auflagen eingehalten werden, könne eine Baugenehmigung erteilt werden. Ein Bauantrag liege nach wie vor nicht vor.

Kooperativ zeigte sich Mohammed Naved Johari, Sprecher der IIS-Gemeinde. „Wir wissen, dass das Grundstück für einen großen Veranstaltungsort nicht ideal ist.“ Jedoch sei es für Gemeinden in Frankfurt extrem schwer, geeignete Flächen zu finden. „Falls sich herausstellt, dass wir die nötigen Auflagen nicht erfüllen können, kann selbstverständlich nicht gebaut werden“, sagte er.

Bis es zu einer Entscheidung komme, lege die Gemeinde Wert auf Transparenz und Offenheit: „Ein gutes Miteinander mit der Nachbarschaft ist uns wichtig“, betonte Johari mehrmals. Klar zurückzuweisen seien jedoch die teils fremdenfeindlichen Äußerungen. Der gebürtige Frankfurter sehe sich als deutscher Moslem. „Auch, wenn wir eine andere Religion haben, möchten wir nicht kulturell ausgeschlossen werden.“ Für Alternativvorschläge zum geplanten Bau der Moschee sei der Verein offen.

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