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Müll sammeln vor der Skyline: So sieht „Frankfurt Cleanup“ aus. Dieses Jahr gibt es wegen Corona besonders viel zu tun.

Saubere Stadt

„Frankfurt Cleanup“ soll gegen Müllberge und Gleichgültigkeit helfen

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Die Anmeldung zum stadtweiten „Frankfurt Cleanup“ im September läuft. Umweltdezernentin Heilig ist „wütend und fassungslos“ über die Müllmengen seit Corona.

  • „Frankfurt Cleanup“ soll gegen die Müllberge in der Stadt helfen.
  • Die Aktion findet schon zum dritten Mal in Frankfurt statt.
  • Die Anmeldung für „Frankfurt Cleanup“ ist absofort möglich.
  • Alle wichtigen Infos gibt es morgens um 6 Uhr in unserem kostenlosen FR-Newsletter.

An gleich zwei Tagen läuft in diesem Jahr die Sauberkeitsaktion „Frankfurt Cleanup“: am Freitag und Samstag, 18. und 19. September, damit auch Schulen, Kitas und Unternehmen Gelegenheit zur Teilnahme erhalten. Ab sofort können sich alle dazu anmelden, die beim Großreinemachen mithelfen wollen: auf der Anmeldeplattform der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), www.cleanup.fes-frankfurt.de. Anmeldeschluss ist Sonntag, 6. September.

World Cleanup Day ist Vorbild für „Frankfurt Cleanup“

Vorbild für die Aktion ist der World Cleanup Day (WCD). „Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr mit dem Slogan ‚Wir packen’s an. Und räumen auf!‘ unseren Frankfurt Cleanup planen konnten und hoffentlich auch durchstarten können – trotz Corona-Beschränkungen“, sagt Schirmherrin und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Bei der Planung seien die aktuellen Hygieneregeln berücksichtigt worden. Die Dezernentin appelliert, auch beim Müllsammeln im Freien den Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich an die Abstandregeln zu halten. „Corona ist noch nicht vorbei“, sagt sie. Sie hoffe, dass erhöhte Ansteckungsgefahr im September keinen Strich durch die Pläne mache.

Kostenlose Ausrüstung für Teilnehmer von „Frankfurt Cleanup“

Beim zweiten Cleanup nach 2019 hat die Stadt „einen gemeinsamen Feind im Fokus“: Zigarettenkippen. „Ungeheure Mengen liegen davon in den Anlagen und am Main“, ärgert sich die Stadträtin. „Viele Raucherinnen und Raucher denken, sie schnippen abbaubares Papier, Baumwolle oder ähnliches in die Landschaft“, sagt Holger Holland, Vorsitzender des Vereins Let’s Do It! Germany, Träger des WCD in Deutschland. „Das ist aber ein Trugschluss. Zigarettenfilter halten sich Jahrhunderte in der Landschaft“, sie vergifteten Trinkwasser und regionale Lebensmittel. Also lenke Frankfurt nun den Blick speziell „auf diese unsichtbare Zeitbombe“.

Organisiert wird der Frankfurt Cleanup von der Sauberkeitskampagne Cleanffm, dem Grünflächenamt und der FES. „Bilden Sie Aufräumteams, und tragen Sie sich auf unserer Anmeldeplattform ein, oder kommen Sie zur Anmeldung persönlich im FES-Servicecenter in der Innenstadt am Liebfrauenberg 52-54 vorbei“, ruft FES-Geschäftsführer Benjamin Scheffler auf. Alle Teilnehmenden werden kostenlos mit Mehrweghandschuhen, Müllzangen und Müllbeuteln ausgestattet.

„Frankfurt Cleanup“ soll auch gegen Corona-Müllberge helfen

„Corona hat lange Zeit alle anderen Probleme überlagert“, sagt Rosemarie Heilig, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der FES ist. „Aber sie sind noch da und warten darauf, dass wir sie lösen.“ Die Müllmengen hätten seit Corona zugenommen. Abfallberge in Straßen, Parks und Grünanlagen, dazu nun Einwegmasken und -handschuhe: „Noch nie hat mich etwas so fassungslos, ratlos aber auch wütend gemacht, wie das, was ich in Frankfurt seit März gesehen habe.“

Heilig schätzt, dass die Kosten für die zusätzliche Reinigung bis Herbst sechsstellig ausfallen. Die Leute von den Entsorgungsfirmen arbeiteten „bis ans Limit“. Sie hoffe, dass der Frankfurt Cleanup jenen die Augen öffne, „die ganz offensichtlich einer Ex-und-Hopp-Mentalität anhängen und ihren Müll auf Kosten der Allgemeinheit, vor allem aber auf Kosten der Umwelt entsorgen“.

„Frankfurt Cleanup“ 2020 mit zwei Schwerpunkten

Gesammelt wird in der ganzen Stadt. Schwerpunkt am Freitag ist der Stadtwald. Auf einer Info-Meile präsentieren sich FES, Cleanffm, Mainbecher, Recigs, Tobacycle und Grünflächenamt. Am Samstag geht es besonders um die Franziusstraße (Ex-Thyssen-Krupp-Gelände), dann stellen sich weitere Initiativen zu Müllvermeidung und Nachhaltigkeit vor. Heilig: „Lassen Sie uns gemeinsam ein starkes Zeichen setzen, dass der Müll uns nicht egal ist. Nicht in unserer Stadt, nirgendwo auf der Welt.“

Info: www.cleanup.fes-frankfurt.de und www.worldcleanupday.de

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