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Crossfit-FFM-Gründer Abedin Paci hat durch die Lockdowns viel Geld verloren, aber sein Enthusiasmus behalten.
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Crossfit-FFM-Gründer Abedin Paci hat durch die Lockdowns viel Geld verloren, aber sein Enthusiasmus behalten.

CORONA - WAS KOMMT? WAS BLEIBT?

Aufgeben ist keine Option

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Wie Crossfit-FFM Gründer Abedin Paci sich durch die Pandemie geschlagen hat.

Ich lasse mich nicht unterkriegen.“ Abedin Paci sagt diesen Satz aus voller Überzeugung. Zu viel Arbeit, zu viel Herzblut hat der 35-Jährige in sein Unternehmen gesteckt, um sich von der Coronavirus-Pandemie alles kaputtmachen zu lassen. Der Frankfurter hat 2015 Crossfit-FFM gegründet. Crossfit vereint Trainingselemente aus Leichtathletik, Turnen und Gewichtheben. Seine zwei Sportstätten, die sogenannten Boxen, befinden sich in der Hirtenstraße und der Hanauer Landstraße.

Letztere hat er im August vorigen Jahres eröffnet. Er hatte schon zu viel Geld investiert. Ein Rückzieher wäre ihn noch teurer zu stehen gekommen. Paci ist jeden Tag von morgens bis abends vor Ort, die eine Hälfte der Zeit im Gutleutviertel, die andere Hälfte im Ostend. Dort hängen Seile von der Decke, überall sind Stangen aufgebaut, und in jeder Ecke liegen Hanteln und Medizinbälle. Ein großer Spielplatz für Sportlerinnen und Sportler.

In seinen zwei Boxen darf der Frankfurter pro Stunde maximal 26 Personen trainieren

„Ich liebe was ich hier mache. Ich liebe es zu coachen“, sagt Paci, der Sportwissenschaften und Pädagogik studiert hat. Zu Crossfit ist Paci, der zuvor in verschiedenen Fitnessstudios und als Personaltrainer gearbeitet hat, vor knapp zehn Jahren gekommen. Mit viel Fleiß und Ehrgeiz hat er sich anschließend seine eigene Existenz aufgebaut. „Ich versuche, eine Plattform aus Spaß, Gesundheit und Fitness zu bieten“, sagt er.

Die Hygienevorschriften schränken seine Arbeit weiter ein. Die Sportflächen sind mit schwarz-gelbem Klebeband in Zonen unterteilt. In den Trainingsklassen kann so jede:r an seinen eigenen Geräten arbeiten. 26 Personen sind das derzeit maximal pro Stunde in beiden Studios. In den Hochzeiten waren es bis zu 200 Personen über den Tag verteilt.

Mit der Schließung des Standorts Neu-Isenburg war ein Investment von 200.000 Euro futsch

„Der Community-Gedanke geht stark flöten, und es ist schwer, neue Mitglieder von dem Flair und Ambiente zu überzeugen“, sagt Paci. Der finanzielle Schaden, der ihm durch die Pandemie entstand, sei gewaltig. November und Dezember seien die Hölle gewesen. Paci musste die Box in Neu-Isenburg, die er mit einem Partner im Jahr 2019 übernommen hatte wieder schließen – mehrere Mitglieder hatten ihre Lastschriftmandate zurückgenommen.

Ein Investment von fast 200 000 Euro war futsch. Das hat den stets freundlichen und fröhlichen Menschen arg enttäuscht. Für die anderen Boxen musste er weiter die volle Miete zahlen. Und die Politik, die erst Hygienekonzepte eingefordert hatte, machte trotzdem alles dicht statt individuellen Lösungen zu ermöglichen.

Um die MItglieder bei Laune zu halten, hat er das Equipment verliehen

Das war für Paci frustrierend, gleichzeitig musste er seine Mitglieder bei Laune halten, die ebenfalls genervt waren. „Die Leute hatten Bock, die wollten sich körperlich austoben, durften aber nicht.“ Also hat er das Equipment – bis auf die Großgeräte – wie Gewichte, Gummibänder oder Kettlebells verliehen.

Große Sorgen bereitet Paci ein möglicher nächster Lockdown im Herbst. „Wenn das passieren sollte und die Regierung wieder alles pauschal zumacht, sehe ich schwarz für mich“, gibt er zu. In der Hirtenstraße kann er die ganze Zeit stoßlüften, es gibt die Möglichkeiten zu testen oder Geimpfte und Genese am Sportbetrieb teilnehmen zu lassen. Aufgeben ist für Abedin Paci keine Option.

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