Maskenkontrolle08_121120
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Immer wieder begegnet die Stadtpolizei Menschen, die keine Maske tragen oder diese nicht so tragen, dass Mund und Nase bedeckt sind.

Corona-Verstöße

Auf Streife mit der Frankfurter Stadtpolizei

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
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In der Frankfurter Innenstadt ahndet die Stadtpolizei viele Verstöße gegen die Maskenpflicht. Einige Kontrollierte suchen die Diskussion.

Dass zur Eindämmung der Corona-Pandemie in der Frankfurter Innenstadt Maskenpflicht herrscht, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Begleitet man die Stadtpolizei bei ihrer Corona-Streife zeigt sich jedoch, dass viele sich nicht an die Regel halten – und manche noch nicht einmal wissen, dass es sie gibt. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte am Mittwoch zur Begleitung der Stadtpolizei eingeladen.

Und das Stadtoberhaupt hatte auch gute Nachrichten zu verkünden: Ab Freitag erhalten Stadt- und Landespolizei Unterstützung durch die Bundespolizei. Zwölf Beamte werden bei der Durchsetzung der Corona-Regeln unter die Arme greifen. Mit Blick auf die stark gestiegenen Zahlen und die Ereignisse des vorletzten Wochenendes sei diese Unterstützung unabdingbar, sagte Feldmann. Und noch einmal betonte er, dass die Maskenpflicht – angenommen die Zahlen stiegen weiter – auf die gesamte Stadt ausgeweitet werden könnte.

„Regelmäßige Kontrollen sind Teil unserer Corona-Strategie. Anders kriegen wir die Uneinsichtigen nicht zum Umdenken bewegt“, so der Oberbürgermeister. Dass es tatsächlich oftmals Diskussionen bedarf, bestätigt sich bei der Corona-Streife am Mittwoch. Die Stadtpolizei hat auf dem Liebfrauenberg einen Mann entdeckt, der keine Maske trägt. Er wird von den Beamten zunächst über seine Rechte aufgeklärt. Wer keine Maske trägt und kein ärztliches Attest hat, das ihn von der Maskenpflicht befreit, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld in Höhe von 50 Euro geahndet wird. Dieses kann in bar vor Ort gezahlt werden oder der Bußgeldbescheid wird postalisch zugestellt. Auf dem zweiten Weg hat der oder die Betroffene die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen.

„Die meisten wollen den Bescheid per Post haben, viele legen Widerspruch ein“, sagt Stephan Hunger, einer der kontrollierenden Stadtpolizisten. Er treffe oft auf Menschen, die Diskussionen anfingen, viele seien uneinsichtig. Erst gestern sei er beschimpft worden. „Diskussion und Bedrohung sind an der Tagesordnung.“

allgemeinverfügung

Die Maskenpflicht gilt zwischen 8 und 22 Uhr innerhalb des Alleenrings und nördlich der Bahnlinie in Sachenhausen sowie im Bereich der Berger Straße nördlich des Alleenrings, der Leipziger Straße, der Königsteiner Straße beschränkt auf den Bereich zwischen Bolongarostraße und Kasinostraße. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 15.11. hsr

Die Situation auf dem Liebfrauenberg bleibt ruhig, der Mann zeigt sich kooperativ, die Polizisten geben ihm eine Maske, weil er keine dabeihat.

Viele trügen aus Unwissenheit keinen Mund-Nasen-Schutz, glaubt der Stadtpolizist. Doch einige stellten auch deren Sinn in Frage. So habe Hunger vor zwei Wochen ein Lehrer-Ehepaar ohne Masken vor der Kleinmarkthalle kontrolliert. „Die sind beide Lehrkräfte, die haben doch eine Vorbildfunktion“, wundert er sich. Erst nach langer Diskussion hätten sie sich überzeugen lassen.

Nur ein paar Meter weiter haben sich mehrere Stadtpolizisten um einen Mann versammelt, einer der Beamten wird lauter. „Wir haben sie jetzt acht Mal gefragt, sie müssen sich ausweisen“, sagt er ungeduldig. Die Situation ist angespannt, doch nach mehreren Minuten kommt der Kontrollierte der Aufforderung schließlich nach.

Einige Minuten später, vor einem der U-Bahn-Abgänge zur Station Hauptwache, erwischt die Stadtpolizei ebenfalls zwei Männer ohne Maske. Sie wollten den Schutz doch gerade aufsetzen, beteuern sie. Dass die Pflicht nicht erst in der U-Bahn-Station, sonder auch auf der Straße gelte, hätten sie nicht gewusst. Wieder bedarf es einer langen Diskussion. „Im Zweifel haben wir das Recht, die Menschen zu durchsuchen“, sagt Hunger.

Nicht immer lässt die Stadtpolizei Strenge walten, wenn jemand die Maske unter die Nase geschoben hat, reicht auch mal eine entsprechende Geste, da wird nicht sofort ein Bußgeld ausgesprochen. Zum Trinken, Essen und Rauchen ist es sogar laut Allgemeinverfügung erlaubt, die Maske kurzzeitig abzusetzen.

Während der einstündigen Kontrolle hat der achtköpfige Trupp des Ordnungsamts 12 Verstöße bei circa 200 Kontrollierten festgestellt. „Das ist relativ viel“, sagt Martina Stolpe, eine der Stadtpolizistinnen. Die Anzahl der Verstöße variiere stark, gestern habe sie an den gleichen Orten nur zwei Verstöße geahndet. Generell habe sich die Akzeptanz im Vergleich zu vor einigen Wochen aber stark verbessert.

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