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Auf der Spur Adornos

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Ina Hartwig, Dieter Wesp und Franziska Reinhuber (v.l.) bei der Übergabe der Adorno-Informationstafel Schöne Aussicht 9.
Ina Hartwig, Dieter Wesp und Franziska Reinhuber (v.l.) bei Übergabe der Adorno-Informationstafel Schöne Aussicht 9. Monika Müller © Monika Müller

Die Gedenktafel am Geburtshaus des Frankfurter Soziologen und Philosophen erinnert an ein Stück Stadtgeschichte.

Am Dienstag haben sich zur Enthüllung der Gedenktafel für Theodor W. Adorno in der schönen Aussicht Nr. 9 ungefähr vierzig Personen auf dem schmalen Gehsteig vor dem grauen Wohnhaus versammelt. In dem Haus, das hier früher stand, ist der Frankfurter Soziologe und Philosoph aufgewachsen, bis er 1914 mit seiner Familie in ein Haus im Stadtteil Oberrad zog. Dort erinnern Stolpersteine an ihn und seine Familie.

Dieter Wesp hat sich dafür eingesetzt, dass seine Spuren auch an seinem Geburtshaus sichtbar werden. Wesp ist im Vorstand des Vereins Kulturelles Frankfurt, welcher die Produktionskosten der Tafel übernommen hat. Der Frankfurter Stadtführer sei erstaunt darüber gewesen, dass zum hundertsten Geburtstag Adornos 2003 dessen Spuren kaum in der Stadt zu finden waren. Für jemanden, der hier einfach vorbeigehe ohne einen besonderen Bezug zu Adorno zu haben, sei es interessanter, erstmal zu sehen wie diese Straße früher aussah. Deswegen ist auf der silbern umrahmten Tafel ein altes Bild des Hauses und der danebenliegenden Weinhandlung zu sehen. Es brauche keine große Plakette für die, die schon alles wüssten, sondern eine „kleine Vorlesung“ für Menschen, die zufällig vorbeigingen.

Ina Hartwig (SPD), Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, begrüßt die Anwesenden mit einer kurzen Rede. Adorno stehe mit seinen Ideen in der damals jungen Disziplin der Sozialwissenschaften exemplarisch für das intellektuelle Frankfurt der 1920er Jahre. Die Stadt wolle die Erinnerung an ihn lebendig halten.

Gerade in einer Zeit, in der antisemitisch motivierte Straftaten zunehmen und kaum noch Zeitzeug:innen am Leben sind, sei es unsere Aufgabe, die Erinnerung wach zu halten, sagt auch Franziska Rheinhuber. Adorno hatte jüdische Wurzeln und war der Cousin ihres Großvaters. (Marlene App)

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