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Blick auf die Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz. Davor steht die Euro-Skulptur.

Willy-Brandt-Platz

Auch Linke fordern Neubau

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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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An der Osthafen-Idee der CDU wächst die Kritik. Noch immer ist offen, wie eine Beteiligung des Landes aussehen könnte.

Auch die Linken plädieren für einen Neubau der Städtischen Bühnen in Frankfurt. Er sollte am Willy-Brandt-Platz entstehen, dem „kulturellen Herzen der Stadt“, sagt Martin Kliehm, der Fraktionsvorsitzende der Linken im Römer. Der Platz biete auch eine exzellente Verkehrsanbindung für Publikum und Bühnenbeschäftigte.

Wenn ein Neubau als Doppelanlage von Oper und Schauspiel wirtschaftlich und logistisch große Nachteile biete, müsse ein Teil der neuen Bühnen an einem innenstadtnahen, gut erschlossenen Ort entstehen. Kliehm nannte den Kulturcampus in Bockenheim, also das alte Universitätsgelände. Die Linken treten dafür ein, dass sich das Land und der Bund finanziell an dem Großprojekt beteiligten.

Tatsächlich ist aber noch unklar, ob das Land Hessen den Neubau der Bühnen bezuschussen wird. „Als Frankfurterin würde ich mir das natürlich wünschen“, sagte die kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Mirjam Schmidt, am Freitag während eines Redaktionsbesuchs bei der Frankfurter Rundschau.

Schmidt schränkte jedoch ein: Bevor das Land der Kommune Geld zusage, müsse sich die Stadt Frankfurt auf eine Variante für den Neubau festlegen und die Planung dann auch vorantreiben. Warnendes Beispiel sei für sie die Entwicklung am Kulturcampus: Seit Jahren sei dafür Geld im Landeshaushalt eingestellt, ohne dass die Stadt es abrufe.

Der Vorschlag der Frankfurter CDU, die Bühnen ganz neu im Frankfurter Osthafen am Wasser zu errichten, kommt bei den Linken gar nicht gut an. Fraktionschef Kliehm urteilte, die Christdemokraten stellten sich mit dieser Idee ins Abseits. Man reiße so das Theater aus dem Herzen der Stadt und verlagere es an einen schlecht angebundenen Ort.

Die Linken schließen eine kommerzielle Verwertung des städtischen Theatergrundstücks am Willy-Brandt-Platz aus. „Die Wallanlagen gehören den Menschen, nicht den Banken und Spekulanten.“

Auch die Idee der CDU, statt der Bühnen am Brandt-Platz ein Museum der Weltkulturen zu bauen, sei absurd. Kliehm rechnete vor, dass in der Spielzeit 2018/2019 die Bühnen mehr als 380 000 Menschen besucht hätten, das Weltkulturen-Museum lediglich gut 23 000.

Am Willy-Brandt-Platz als zentralem Standort brauche es aber einen Publikumsmagneten. Die CDU beweise, dass sie nach dem früheren Kulturdezernenten Felix Semmelroth einfach keine Kulturpolitiker von Format mehr besitze.

Die Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus plädierte dafür, dass die Frankfurter Sparkasse einen Teil ihres Grundstückes an der Neuen Mainzer Straße für einen Neubau der Oper freigibt. Das Bürogebäude sei marode. Das Kreditinstitut sollte sich einen neuen Ort suchen.

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