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Bis zu 37 Menschen durften in die Evangelische Akademie.
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Bis zu 37 Menschen durften in die Evangelische Akademie.

Globalisierung

Attac-Sommerakademie in Frankfurt: Gemeinsam die Welt verbessern

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Die Attac-Sommerakademie macht Vorschläge für eine andere Art der Globalisierung.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, dem Klimawandel und der sich weitenden Schere zwischen Arm und Reich hat Attac Deutschland in Frankfurt eine Sommerakademie veranstaltet. Von Freitag bis Sonntag diskutierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das Thema „Wie wollen wir leben? Visionen einer anderen Globalisierung“. Die Veranstaltung fand hybrid statt, sowohl in der Evangelischen Akademie auf dem Römerberg als auch virtuell.

Gut 100 Menschen nahmen an der Diskussion mit der Transformationsforscherin Andrea Vetter teil. Sie stellte einen Fünf-Punkte-Plan zur Frage „Wie wollen wir wirtschaften?“ vor. Zunächst müssten die bestehenden Verhältnisse analysiert und benannt werden, um zu klären, warum ein Bedarf nach Veränderung bestehe.

Einkaufen in Umsonstläden

Im Kapitalismus sei der Reichtum ungleich verteilt, der Zugang zur Macht stehe nicht allen offen, gesellschaftliche Gruppen würden diskriminiert, Arbeit werde oft nicht als sinnstiftend empfunden.

Im zweiten Schritt sei die Frage des Wirtschaftens neu zu definieren. Wirtschaften ist aus Sicht von Vetter vor allem die Sorge, sich um das Lebensnotwendige zu kümmern. Im dritten Schritt beschrieb sie, was beim Wirtschaften verändert werden kann. Dazu zählen – abstrakt gesprochen – materielle, juristische, kulturelle und mentale Strukturen.

Wie genau das Wirtschaften verändert werden kann, machte Vetter wieder anhand von abstrakten Begriffen fest: So sollte es mehr „Commons“ geben – das sind gemeinschaftliche Projekte wie Nachbarschaftshilfen, genossenschaftliche Organisationen oder Kollektivbetriebe, die solidarisch betrieben werden und sich am Gemeinwohl orientieren. Die kokreative Ökonomie gelte es zu fördern – darunter versteht man eine Ausweitung des Teilens statt des Eigentums, ähnlich wie Uber und Airbnb, nur nicht kapitalistisch organisiert, sondern am Gemeinwohl orientiert.

Nötig seien auch „tauschlogikfreie“ Angebote, etwa Umsonstläden. Vom Credo des immer nötigen Wachstums, der den Kapitalismus präge, gelte es in Zeiten der Ressourcenknappheit Abstand zu nehmen.

Angebote, die sich am Gemeinwohl orientieren, sollten aus Sicht von Vetter steuerlich begünstigt und bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt werden. Die Subventionen für die Atom- und Kohleindustrie sowie die EU-Agrarsubventionen stellte sie auf den Prüfstand.

„Eine andere Welt ist möglich, hatte der argentinische Wirtschaftswissenschaftler Julio César Gambina beim Eröffnungsvortrag gesagt. Andrea Vetter griff diesen Gedanken auf. „Was wir tun können ist anfangen, weitermachen, durchhalten – und sich zusammenschließen“, sagte sie.

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