Demo in Frankfurt

Attac protestiert in Frankfurt für nachhaltige Textilien

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Mit einer Protestaktion auf der Zeil in Frankfurt macht Attac auf Menschenrechtsverletzungen in der Textilbranche aufmerksam. Und der Unmut soll auch in andere Länder getragen werden.

Etwas mehr als zehn Demonstranten haben sich auf der Zeil eingefunden. Zwei halten ein großes Banner, auf dem ein gelbes T-Shirt abgebildet ist. Ein Drei-Euro-Preisschild verrät, dass das Kleidungsstück wohl nicht teuer war. Worauf der Blick aber sofort fällt, das ist der Stahlträger, der sich durch das T-Shirt bohrt. Auf dem Banner steht auch der Slogan „Billigproduktion tötet“.

Die Aktion am Samstagvormittag vor dem Einkaufszentrum My Zeil ist ein Protest der Nichtregierungsorganisation Attac. Sie möchte die Menschen auf die Menschenrechtsverletzungen in der Textilindustrie aufmerksam machen. „Die Menschenrechte kommen seit Jahren immer mehr unter die Räder“, sagt Thomas Köller von Attac. Unternehmensgewinne und Profite stünden an oberster Stelle und die Politik fördere dies noch.

Freihandelsabkommen sicherten den leichteren Warenaustausch, aber verbesserten nicht die Arbeitsbedingungen der Menschen. Und so werde weiter billige Kleidung produziert, die man dann – auch auf der Zeil – kaufen könne. „Diese hübsche Einkaufsstraße ist wie eine glatte Fläche, die die wahren Produktionsbedingungen verbirgt“, sagt Köller. Attac fordert endlich gesetzliche Regeln für nachhaltige Textilien.

Unterdessen haben die Demonstranten auch eine Wand aus Pappkartons errichtet. Darauf sind Bilder, die widrige Arbeitsbedingungen zeigen, über ihnen prangt der Schriftzug „Konzernmacht“. Als plötzlich Wind aufkommt, kippt die Wand um und die Konzernmacht zerbröckelt – eigentlich ein passendes Symbol für die Wünsche von Attac.

Nach der Aktion macht sich ein Teil der Demonstranten auf den Weg nach Genf. Dort, in der Schweiz, beginnt am Montag die fünfte Verhandlungsrunde der Arbeitsgruppe des UN-Menschenrechtsrats zum sogenannten „Binding Treaty“ – ein internationaler UN-Vertrag, der transnationale Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen haftbar machen soll.

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