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Atempause im Fechenheimer Wald

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Von: Thomas Stillbauer

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„Wir sind ausdauernd, weil wir tief entschlossen sind.“ Baumhäuser im sogenannten Barrio im Fechenheimer Wald.
„Wir sind ausdauernd, weil wir tief entschlossen sind.“ Baumhäuser im sogenannten Barrio im Fechenheimer Wald. © Michael Schick

Aber schon an diesem Montag könnten im „Fecher“ Räumung und Rodung beginnen. Der Frankfurter Jungen Union geht es zu langsam voran.

An diesem Montag könnten Gerichte in Frankfurt und Kassel über die Eilanträge entscheiden, die zuletzt verhindert haben, dass Rodungsarbeiten im Fechenheimer Wald beginnen. Dort war am Wochenende Erleichterung über den Aufschub zu spüren; die Protestierenden in Hütten und Baumhäusern hatten mit einem Räumungsbeginn seit Donnerstag gerechnet. Es geht um etwa 2,7 Hektar Wald, rund 1000 Bäume, um die die Klimaschutzbewegung im „Fecher“ seit Jahren kämpft. Sie will verhindern, dass weiterer Wald für den Bau des Riederwaldtunnels als Verbindung zwischen den Autobahnen 66 und 661 fällt.

„Wir sind hier weiterhin vor Ort, wir sind bunt, laut und vielfältig“, schrieb die Aktivistin Viola auf der Website teufelsbruch.blackblogs.org. „Wir freuen uns, wenn Menschen vorbeikommen.“ Bea ergänzte: „Wir sind hier jetzt schon eine ganze Weile. Das hier ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wir sind ausdauernd, weil wir tief entschlossen sind“. Die Autobahngegnerinnen und -gegner wollten „eine Welt, in der wir auch in 50 Jahren noch leben können“. Wenn ihre Enkel sie später einmal fragen sollten, was sie gemacht habe, als es noch Eisberge gegeben habe, werde sie antworten, dass sie gegen die Autobahn gekämpft habe. „Unser Haus steht schon lange in Flammen“, schrieb Bea. „Was hier passiert, ist ein Klimawandel zwischen uns. Wir leben eigenverantwortlich und möglichst hierarchiefrei, in Liebe zueinander und das schafft eine soziale Basis, die uns Kraft gibt für den Widerstand.“

JU kritisiert Stillstand

Die Frankfurter Junge Union (JU) forderte unterdessen eine zügige Räumung des Fechenheimer Walds. Die Jugendorganisation der CDU kritisierte „die erneute Verzögerung des Lückenschlusses zwischen A66 und A661 durch sogenannte Klimaaktivisten“. Für diese „absurde Entwicklung“ sei „auch das unehrliche Verhalten von Grünen-Politikern wie der Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig“ verantwortlich, bemängelte JU-Kreisvorsitzender Leopold Born. Die Grünen torpedierten im Nachhinein die Ergebnisse aufwendiger demokratischer Prozesse und Planfeststellungsverfahren, an denen sie selbst beteiligt gewesen seien. „Wer hier weiterhin verzögert, betreibt keinen Klimaschutz, sondern reine Selbstinszenierung auf dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger.“

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