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Hier bedienen Sie: Frankfurter Vizepräsidenten.

Frankfurt

Asturiens Hühnchen und Österreichs Charme

Die Vizepräsidenten der Goethe-Uni jobben einen Tag lang in der Riedberg-Mensa. Und überraschen damit so manchen auf der anderen Seite der Theke.

Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität, ist in seinem Element: „Kommen Sie zu uns, hier gibt es heute etwas ganz Besonderes!“, ruft er den herannahenden Gästen in der „Pi x Gaumen“-Mensa zu. Schwungvoll füllt er den Hungrigen erst eine Portion Gemüse und dann „Asturisches Hühnchen“ auf die Teller.

Als „Hommage an die spanische Vizepräsidentin Maria Roser Valenti“ sei die heutige Mensa-Sonderaktion gedacht, erklärt er. Die Kollegin stammt zwar nicht aus dem nordwestspanischen Asturien, sondern aus Barcelona. Sie findet aber, dass das Gericht „genau wie in Spanien“ schmecke. Zubereitet hat das Essen Mensa-Chefkoch Bernd Wiedemann. Täglich versorgen er und sein Team rund 1500 Gäste. Um das Huhn so spanisch schmecken zu lassen, hat er es mit Paprika und Chili mariniert und in asturischem Apfelwein gegart.

Der Andrang an der Theke ist groß. Schubert-Zsilavecz winkt weitere Gäste in Richtung des außeralltäglichen Essensangebots: „Hier gibt es was Gesundes.“ Auch mancher Professor bedient sich und lobt den Einsatz des Kollegen.

"Das ist der Vizepräsident?"

Nicht allen ist aber bewusst, wer ihnen heute das Essen serviert. „Ach, das ist der Vizepräsident?“, entgeistert sich ein Student. Manchen ist Schubert-Zsilavecz ein wenig zu forsch. Die Art, wie der Vize das Essen bewirbt, findet Cora Burmeister, die ein Forschungsprojekt betreut, „etwas aufdringlich“. Das spanische Huhn sei aber eine willkommene Abwechslung: „Ein bisschen Soße dazu wär’ nett gewesen, aber sonst sehr lecker.“ Eine Studentin kritisiert, „dass 3,50 Euro für so ein Stück Huhn zu viel sind.“ Auch die portugiesische Doktorandin Cristina Paulino findet das Gericht „mal was anderes, aber leider etwas teuer für Studenten“.

Sieben bis acht Sonderaktionen pro Jahr gibt es in der Mensa des Riedberg-Campus. Dieses Jahr stand unter anderem schon eine „österreichische Woche“ auf dem Programm. Dafür hatte sich der Österreicher Schubert-Zsilavecz, selbst extra in Schale geworfen: Stilecht in Lederhose teilte er die Spezialitäten seiner Heimat an die Mensagäste aus. „Die Studenten sollen auch kulinarisch gut versorgt sein, das ist uns wichtig“, sagt er. „Wir wollen ihnen vitaminreiches und abwechslungsreiches Essen bieten.“

Seine Nähe zu Studenten stellt der Vizepräsident auch schon mal als Discjockey in Abendveranstaltungen unter Beweis. „Der macht sowas gerne“, erklärt Katrin Wenzel vom Studentenwerk Frankfurt. Auch in diesem Fall habe er sich mit Freude bereit erklärt, Maria Roser Valenti beim Austeilen zu helfen. „So haben wir die Situation, dass diesmal beide Vizepräsidenten zusammen das Essen ausgeben.“ Im Gegensatz zur österreichischen Woche allerdings ohne Trachtenlook. ( prjl)

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