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Ast erschlägt 73-jährige Frau

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Von: Thomas Schmid

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Unglück im Stadtwald / Umweltdezernentin zeigt sich „erschüttert“

Eine Frau ist am Samstag im Stadtwald tödlich verunglückt. Sie ist von einem herabfallenden Ast getroffen worden. Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) zeigt sich tief betroffen über den Tod der Spaziergängerin: „Wir sind erschüttert angesichts des tragischen Unfalls, unsere Anteilnahme gilt den Hinterbliebenen.“

Zu einer weiteren Stellungnahme war sie gestern nicht bereit, die Staatsanwaltschaft war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Einige Details gab es seitens der Polizei: Demnach war die Frau 73 Jahre alt und kurz nach 14 Uhr im Stadtwald Sachsenhausen auf einem Spaziergang unterwegs. Dabei soll sie von einer weiteren Frau begleitet worden sein.

Die Bäume im Frankfurter Stadtgebiet sind ganz überwiegend krank: Laut dem Waldzustandsbericht waren im vergangenen Jahr 96,4 Prozent von ihnen geschädigt. Schon im Sommer warnte Rosemarie Heilig deshalb eindringlich und forderte erhöhte Aufmerksamkeit „sowohl in Parks und Grünanlagen als auch unter Straßenbäumen, auf den Friedhöfen und im Stadtwald.“ Grund: Die Trockenheit, die auch anscheinend gesunde, belaubte Äste zum Abbrechen bringen kann.

Inzwischen hat es viel geregnet, doch die Schäden an den Bäumen und dem Holz sind noch nicht verheilt. Besonders, wenn Wind dazukommt, können Äste noch immer brechen. Am Samstag wehte der Wind mit 19 Kilometern pro Stunde. Nicht besonders viel, doch deutlich mehr als sonst in der vergangenen Woche.

Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung des Unfallhergangs aufgenommen. Der Baumexperte Jan Goevert sagt: „In einem Waldgebiet gilt eine ganz andere Verkehrssicherungspflicht als im Stadtgebiet.“ Und auch dort müsse zwischen öffentlichen und privaten Flächen unterschieden werden. Grundsätzlich muss die Stadt jährlich jeden ihrer Bäume in den Parks und an den Straßen begutachten lassen. Dies gilt nicht für private Gartenbesitzer. Am geringsten ist die Verkehrssicherungspflicht im Wald: Hier erkläre man sich mit den waldtypischen Gefahren einverstanden, wenn man das Gebiet betritt. tjs

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