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Ortsvorsteher Werner Skrypalle vor der Pestalozzischule im Riederwald.

Das Jahr im Ortsbezirk 11

„Arten sollen sich ansiedeln“

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Vorsteher Werner Skrypalle über Naherholung, Infrastruktur und Verkehr. Die Sanierung der Wilhelmshöher kommt 2020.

Werner Skrypalle (70) ist seit 2011 Ortsvorsteher von Fechenheim, Seckbach und dem Riederwald. Der Sozialdemokrat ist Ingenieur im Ruhestand. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Herr Skrypalle, der Fechenheimer Mainbogen soll umgestaltet werden, außerdem möchte der Ortsbeirat einen Aussichtsturm installieren. Soll der Mainbogen zur Ausflugsgegend werden?
Nein. Ziel ist, den Bereich der Natur zurückzugeben. Nur ein kleiner Teil der Landwirtschaft bleibt erhalten, allerdings ist das Umlageverfahren noch nicht abgeschlossen. Es soll ein Altarm gebaggert und ein künstlicher Zufluss vom Main gelegt werden. Im Rahmen der Umgestaltung wird der Leinpfad vom Mainufer weg versetzt. Damit das Areal trotzdem begehbar ist, wird es eine oder mehrere Brücken geben. Der Rest bleibt unberührt. Verdrängte Arten sollen sich dort ansiedeln können. Aber so ein Turm ist unabhängig davon eine ganz charmante Geschichte. Wir erhoffen uns dadurch eine Erhöhung der Attraktivität dieses Gebiets und man kann dann mal nach Offenbach rübergucken.

Im Ortsbezirk gibt es Naherholungorte, die nicht der Natur überlassen werden sollen. Der Heinrich-Kraft-Park hat eine Sanierung dringend nötig. Einige Bereiche, wie der Skatepark, sind von Bauzäunen umschlossen.
Nachdem wir dort das Grillverbot durchsetzen konnten, wollen wir den Waldspielplatz wieder attraktiver machen. Der Park soll umgestaltet werden, allerdings nach und nach. Wir vom Ortsbeirat finden es am wichtigsten, dass der Eingangsbereich und die Toiletten zu allererst gemacht werden. Es stehen vom Grünflächenamt jährlich 500 000 Euro für die Sanierung aller Frankfurter Waldspielparks zur Verfügung. Mit der Umgestaltung des Heinrich-Kraft-Parks soll 2019 begonnen werden. Wann die Umgestaltung abgeschlossen wird ist noch nicht ersichtlich.

Auch der Lohrberg ist Ausflugsziel. Seit einiger Zeit ist ein Fußweg im Weinberg gesperrt.
Der Etatantrag ist gestellt, die kaputte Treppe wird voraussichtlich Mitte des Jahres saniert. Aufgrund der Baumaßnahmen werden weitere Wege in Mitleidenschaft gezogen, auch sie werden nach Beendigung der Sanierung wieder hergerichtet.

Wie steht es um die Instandhaltung des Huthparks?
Die angrenzende Unfallklinik baut noch bis 2025 aus, der obere Bereich des Parks wird solange von Baufahrzeugen benutzt. Der obere Weg innerhalb des Parks wird demnächst durch das Grünflächenamt befestigt und für PKW und Spaziergänger aufgeteilt. Diese Maßnahmen und deren Rückbau werden von der Unfallklinik getragen. Die Sanierung der anderen Wege im Huthpark ist seit einiger Zeit ausgesetzt, soll aber in diesem Jahr wieder aufgenommen werden.

Thema Verkehr. Generell wird über Lärm, schlechte Luft und wackelnde Wohnungen geklagt.
Das ist in der Tat das größte Problem in allen drei Stadtteilen. Nicht nur die Bewohner nutzen die Straßen – Fechenheim, Riederwald und Seckbach leiden unter Pendlerverkehr. Außerdem sind überall, vor allem im Fechenheimer Ortskern, die Bürgersteige zugeparkt, was Fußgänger dazu zwingt auf die Straße auszuweichen. Dazu kommt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen oft nicht eingehalten werden. Das ist gefährlich. In Seckbach rückt endlich die Sanierung der Wilhelmshöher Straße näher – ab 2020 von der Gaststätte Wolffhardt bis zum Kappelgarten. Hier geht es nicht nur darum, den flickenartigen Bodenbelag zu erneuern, sondern die Erschütterungen in den Häusern zu reduzieren.

Der Riederwaldtunnel beschäftigt die Menschen seit Jahren. Das Großprojekt verärgert vor allem Eltern kleiner Kinder.
Die Eltern und auch wir vom Ortsbeirat kämpfen dafür, dass die Vatterstraße und die Pestalozzischule während der Bauarbeiten besser geschützt werden. Wir erwarten von der Verkehrsbehörde Hessenmobil, dass sie eine verlängerte Lärmschutzmauer und einer Belüftungsanlage für das Schulgebäude installiert. Laut Gesetz ist das nicht erforderlich. Damit die Grundschüler ungestört unterrichtet werden können, ist diese Maßnahme trotzdem nötig. Der Baustart ist für 2020 geplant, auch bei einer Mauererweiterung würde sich dieser nicht verzögern.

Im Riederwald hat die Schließung der Sparkasse für Ärger gesorgt. Generell ist es um die Nahversorgung in den Stadtteilen nicht gut bestellt. Wie kann dem entgegengewirkt werden?
In Fechenheim geht es noch, in Seckbach gibt es nicht viel und im Riederwald erst recht nicht. Das betrifft den Einzelhandel, auch die Ärzte. Viele denken, die Politik könnte was machen, aber man kann ja niemanden zwingen, sich anzusiedeln. Für viele Geschäfte ist das Einzugsgebiet zu klein, die Läden rentieren sich nicht. Vieles bestellt sich einfacher im Internet. Das ist eine Entwicklung, die lässt sich nicht zurückdrehen. Man kann nur zusehen, wie die Stadtteile auf andere Weise attraktiv bleiben.

Welche Möglichkeiten gibt es, die Stadtteilzentren lebendig zu halten?
Wir erhalten Unterstützung vom Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“, das mit EU-Mitteln, vom Land Hessen und der Stadt finanziert wird. Hier finden regelmäßige Treffen statt. Etwa bei Projekten wie „Radar“ können leerstehende Ladenflächen temporär genutzt werden. Drei oder vier Monate lang werden die Räume dabei von Künstlern mit einem Programm bespielt. Auch Veranstaltungen halten die Kernbereiche zusammen, genauso wie die Ehrenamtlichen, die sich um Blumen- und Kräuterkästen kümmern und den Stadtteil gestalten. Die Vereinsangebote schweißen zusammen und bringen Leben in die Stadtteile.

Besonders die Sportvereine sind für alle Altersgruppen ein wichtiger Treffpunkt in den Stadtteilen. Was ist hier der Stand?
Der Fechenheimer Sportplatz wurde erst eröffnet. Am Sportplatz in Seckbach muss der Parkplatz dringend neu gemacht werden. Es gibt Schlaglöcher und er steht dauernd unter Wasser. Der Riederwald bekommt im nächsten Jahr einen neuen Kunstrasen, das ist uns fest zugesagt worden.

Interview: Sophie Vorgrimler

Hintergrund:Stärkste Fraktion im Ortsbeirat 11 ist die SPD mit sechs Mandaten, es folgen die CDU mit fünf, Linke, Grüne, BFF und FDP mit je zwei. Die nächste Sitzung ist am Dienstag, 21. Januar, 19.30 Uhr im Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist, Schäfflestraße 19 im Riederwald.

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