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Arena am Stadion: Mehr Parkplätze und neuer Bereich für Busse nötig

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Von: Timur Tinç

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Animation der Halle am Stadion von Albert Speer+Partner GmbH.
Animation der Halle am Stadion von Albert Speer+Partner GmbH. © AS+P

Für eine Multifunktionshalle am Stadion müssten Bäume im Stadtwald fallen. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen zum Vorschlag von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), die Arena auf dem Parkplatz P9 zu errichten.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hat am Mittwoch das Waldstadion statt den Flughafen oder Kaiserlei als Standort für eine Multifunktionsarena in Frankfurt ins Spiel gebracht. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Wo soll diese Halle hin?

Sie soll auf dem Parkplatz P9 entstehen. Für diese Fläche existiert seit 2006 Baurecht für eine Halle. Derzeit parken dort bei Fußballspielen der Eintracht die Busse der Gästefans. Diese müssten an einen neuen Standort verlegt werden.

Welche weiteren Folgen gibt es?

Es bedarf einer neuen Wegeführung vom Waldparkplatz, um einerseits zur Halle und andererseits zum Stadion zu kommen. Außerdem würde der Parkplatz durch parallel stattfindende Veranstaltungen in Stadion und Halle stärker frequentiert werden. Das könnte zehn- bis fünfzehnmal im Jahr der Fall sein. Darüber hinaus muss der Sicherheitsbereich auf die Halle erweitert werden.

Wie könnte die Halle aussehen?

Laut den Architekten Albert Speer+Partner GmbH (AS+P), die für die Stadt eine Machbarkeitsstudie erstellt haben, ergibt eine Halle für 13 500 Menschen Sinn, die auf maximal 15 000 erweitert werden kann.

Wo sollen die Busse bei Fußballspielen hin?

An der Ostseite des Stadions gibt es eine 4500 Quadratmeter große Verteilerfläche, auf der sich laut AS+P 40 Busstellplätze schaffen ließen. „Dort müsste man in Baumbestände eingreifen“, sagte Architekt Matthias Schöner. Was gefällt würde, müsste man anderer Stelle wieder aufforsten. Weitere Eskortierungen der Gästefans durch die Polizei würden dadurch nicht mehr notwendig. Zusätzlich wären 30 Auto-Plätze sowie 30 Stellplätze für Polizei und andere Hilfskräfte nötig.

Wo müsste baulich noch eingegriffen werden?

Die Brücke, die vom Waldparkplatz über die Mörfelder Landstraße führt, müsste für die neue Wegeführung umgebaut werden, am besten barrierefrei. Der Waldparkplatz müsste von aktuell 1600 auf rund 3000 Parkplätze erweitert werden. Auch hierfür müssten Bäume fallen und an anderer Stelle aufgeforstet werden. Zusätzlich schlägt AS+P 1700 Radstellplätze im gesamten Gebiet vor.

Wie viel würde das kosten?

Eine erste Kostenschätzung geht von 214 Millionen Euro für die Halle aus. Für die Brücke kämen noch mal 4,6 Millionen, für den Waldparkplatz 48 Millionen und für das Gästeparken 4,8 Millionen Euro hinzu. Insgesamt rund 273 Millionen Euro.

Wie ist der weitere Prozess geplant?

Die Stadtverordneten müssen eine Entscheidung über den Standort treffen: Flughafen, Kaiserlei oder doch die neue Variante Stadion. Nach einem Beschluss würde die Stadt sich mit Eintracht Frankfurt zusammentun und eine Ausschreibung vorbereiten. Baubeginn könnte, wenn alles schnell geht, Ende Herbst 2024 sein.

Was sagen die Vereine dazu, die dort spielen soll?

Die Löwen und die Volleys haben sich am Mittwoch noch einmal zum Projekt „The Dome“ bekannt, das ursprünglich am Flughafen bauen wollte und nun „im angrenzenden Umland“ bauen will. Die Skyliners, die am Kaiserlei selbst bauen wollten, teilten mit: „Wir brauchen eine Halle, die schnell kommt und in der wir einen fairen, die Interessen ausgleichenden Mietvertrag bekommen.“ Dafür müsse man den Betrieb selbst übernehmen können. „Auch wenn wir der Meinung sind, dass der Kaiserlei mit Abstand der beste Standort für eine Arena ist, hören wir zu, wenn es neue Ideen gibt.“ Der Eintracht ist wichtig, dass ihre bestehenden funktionierenden Strukturen im Stadion nicht konterkariert werden.

Zusammengestellt von Timur Tinç

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