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So könnte die Arena am Kaiserlei im Stadtteil Oberrad nach den Plänen von Architekt Zvonko Turkali aussehen.
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So könnte die Arena am Kaiserlei im Stadtteil Oberrad nach den Plänen von Architekt Zvonko Turkali aussehen.

Frankfurt

Arena am Kaiserlei: Warten auf den Startschuss der Politik

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Basketball-Bundesligist Frankfurt Skyliners stellt seine Pläne für eine Sport- und Kulturhalle am Kaiserlei vor. Eine Entscheidung, ob es überhaupt eine Anhandgabe gibt, wird es erst nach der Kommunalwahl geben.

Gunnar Wöbke ist sich sicher: „Die Bilder vom Dach dieser Arena werden um die Welt gehen.“ Der geschäftsführende Gesellschafter der Frankfurt Skyliners hat am Montag in einer digitalen Präsentation mit dem Architekten Zvonko Turkali vom Büro Turkali Architekten die Pläne für eine Multifunktionsarena am Kaiserlei vorgestellt. Die Sport- und Kulturarena für 13 000 Zuschauer:innen soll rund 150 Millionen Euro kosten. Wöbkes „Wunschtraum“ ist es, die Halle am 27. September 2025 zu eröffnen. Dafür hat er im September mit den Unternehmern Claus Wisser, Hans Nolte, Ulrich Brass und Thomas Kunze die Arena-am-Kaiserlei-Entwicklungsgesellschaft mbH gegründet.

Damit dieser Wunschtraum auch Realität wird, braucht Wöbke „den Startschuss aus der Politik“. Doch den wird es mit der aktuellen Römer-Koalition nicht geben. Zwar sind CDU und Grüne für eine sogenannte Anhandgabe des sechs Hektar großen Grundstücks. In einem noch zu bestimmenden Zeitraum müsste die Entwicklungsgesellschaft dann verschiedenste Untersuchungen und Prüfungen aus eigener Tasche finanzieren, ehe sie darüber entscheidet, ob sie bauen will oder nicht. Die SPD-Fraktion hat jedoch ihr Nein zur Arena am Kaiserlei bekräftigt und bevorzugt stattdessen an diesem Standort den Bau der Europäischen Schule und eine neue Halle am Flughafen. Auch die Linken forderten am Montag, das Projekt am Kaiserlei „endlich zu beerdigen“ und das am Flughafen zu unterstützen. Michael Müller, ihr finanzpolitische Sprecher, kritisierte, dass das Ausschreibungsverfahren fast eine Million Euro gekostet habe „und außer heißer Luft ist in fünf Jahren nichts produziert worden“.

Wöbke gab sich am Montag diplomatisch: „Wir sind politisch, aber nicht parteipolitisch.“ Nach der Kommunalwahl solle Schluss mit dem Hase-und-Igel-Spiel sein. „Im Moment ist die Kapitalmarktsituation perfekt“, ergänzte er. Das Geld, um in die Untersuchungen des Grundstücks einzusteigen, sei jedenfalls vorhanden. Er sei auch bereit, mit Einstieg in die Planungen eine Erbpacht an die stadtnahe Stiftung Almosenkasten zu zahlen, der das Grundstück gehört. „Wenn wir jemals eine Arena in Frankfurt wollen, müssen wir jetzt investieren und anfangen“, forderte der Skyliners-Boss. Finanziert werden soll das Projekt laut Wöbke zur Hälfte aus Eigenkapital und zur Hälfte aus Krediten. Eventuell auch zu 30 Prozent aus Eigenkapital und 70 Prozentkapital. „Wir haben weitere Unterstützer, die noch nicht beim Namen genannt werden wollen“, sagte Wöbke.

Die Arena am kaiserlei

Die Arena am Kaiserlei soll auf einer sechs Hektar großen Fläche im Frankfurter Stadtteil Oberrad in unmittelbarer Nähe zu Offenbach entstehen. Nach den Plänen von Architekt Zvonko Turkali soll die 13,30 Meter hohe Multifunktionshalle Platz für 13 000 Personen bieten. Zusätzlich soll ein Nebengebäude mit einem Parkhaus für rund 2300 Pkws sowie ein Fahrradparkhaus für 2000 Räder entstehen. Der Eingangsbereich wäre drei Meter über der Straße angehoben, das Spielfeld 1,50 Meter unterhalb der Straße.

Auf dem Dach sollen die höchsten Oberräder Felder beheimatet sein. Dort sollen nämlich die Kräuter für die Grüne Soße angebaut werden. Geplant sind zwei Pavillons, eine Solaranlage und ein Joggingrundkurs. Außerdem sollen Zisternen das Regenwasser auffangen und das Umland bewässern.

Im September des vergangenen Jahres hatte die Stadt das Ausschreibungsverfahren für die Arena am Kaiserlei offiziell beendet. Alleine bis die Ausschreibung im Dezember 2015 veröffentlich wurde, war es ein steiniger Prozess. Daraufhin hatten sich zwei Investoren gemeldet: Die Lagadère Sports Group Germany zusammen mit dem Konsortium Langano um Hannover Leasing und BAM Sports sowie die Anschütz Entertainment Group (AEG). Die Stadt hatte sich Lagadère als bevorzugten Bieter ausgesucht und stand nach vielen zähen Verhandlungen kurz vor einem Durchbruch. „Wir hatten einen unterschriftsfähigen Vertrag mit Lagadère und sollten an der Betriebsgesellschaft beteiligt werden“, berichtete Wöbke. Dann folgte das überraschende Aus. Langano hatte als formale Bieterin im Mai eine Frist für die Einreichung von Unterlagen verstreichen lassen. Auch zur Überraschung von Lagadère. Daraufhin beendete die Stadt das Bieterverfahren.

Sie stieg anschließend in sehr kurze Verhandlungen mit der AEG ein. „Deren Konzept ist es, die Landschaft mitzuentwickeln. Das war aus unterschiedlichen Gründen nicht gewünscht“, sagte Wöbke. Unter anderem, weil die AEG auch auf Offenbacher Gemarkung bauen wollte und dafür die Zustimmung der dortigen Stadtverordnetenversammlung nötig gewesen wäre. In Offenbach gab es jedoch parteiübergreifend Widerstände gegen Pläne, unter anderem ein Bowlingcenter oder ein Kino zu bauen.

Wöbke selbst hatte bereits im Juli 2019 in einem FR-Interview angekündigt, die Halle notfalls selbst bauen zu wollen – „um zu überleben“. Seit Jahren warten die Skyliners und Löwen Frankfurt auf eine neue Arena. Der Eishockey-Zweitligist hat sich am Sonntag in einem offenen Brief noch einmal offensiv für die Arena am Flughafen eingesetzt, weil das Grundstück am Kaiserlei „offenbar vollkommen ungeeignet ist.“

Dem widersprach Architekt Turkali. Im Zuge des Kaiserlei-Umbaus sowie des Ausschreibungsverfahren seien mehrere Verkehrsgutachten erstellt worden, „alle mit einem positiven Fazit“. Auch die Pläne der Deutschen Bahn, den geplanten Fernbahntunnel eventuell am Kaiserlei austreten zu lassen, sieht Turkali nicht als Problem an. „Wenn der Tunnel kommt, dann eher im Bereich der ICE-Strecke“, sagte er. Wenn es die Arena betreffe, dann eher bei der Baustelleneinrichtung. „Das ist lösbar.“

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