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Auf der Suche nach Keimen?

Eintracht Frankfurt

Keime bei der Eintracht

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Im Duschwasser der Profifußballer von Eintracht Frankfurt wurden Legionellen entdeckt. Nach der Sommerpause soll alles besser werden.

Die geharnischte Kritik von Eintracht-Trainer Niko Kovac im vergangen Herbst wird nun nachvollziehbar. Kovac hatte die hygienischen Zustände im Stadion angeprangert. Womöglich hat er da schon gewusst, dass im Wasser zweier Duschen im Lizenzspielerbereich Legionellen gefunden worden waren. Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt und der Geschäftsführer der Stadion-Gesellschaft, Patrick Meyer, bestätigten am Freitag auf FR-Anfrage einen entsprechenden Bericht der ARD. Legionellen können schlimme Erkrankungen auslösen, wie etwa eine Lungenentzündung, haben aber auch in geringer Dosis mitunter schon leichte grippale Effekte zur Folge.

Die Bakterien waren bei routinemäßigen Untersuchungen des Gesundheitsamts entdeckt worden. Laut Angaben der Behörde lagen die gemessenen Werte aber immer unterhalb des Bereichs, der Maßnahmen wie ein Duschverbot oder den Einbau von Filtern vorgeschrieben hätte. Die Stadion-Gesellschaft hat trotzdem Filter einbauen lassen. „Wir haben das vorsichtshalber proaktiv gemacht, weil Profifußballer aufgrund ihrer körperlichen Beanspruchung ein nicht ganz so starkes Immunsystem haben“, sagt Meyer.

Bedenklicher als die Konzentration ist der lange Zeitraum, in dem Legionellen gefunden wurden. Ursel Heudorf vom Gesundheitsamt spricht von „mehreren Monaten“. Meyer räumt ein, dass es während der laufenden Saison wenig Möglichkeiten gegeben hätte, im Kabinentrakt der Profis größere Umbauarbeiten in Angriff zu nehmen. Die Sommerpause soll nun aber dazu genutzt werden, die Rohrleitungen zu untersuchen und falls notwendig auszutauschen.

Funde in zehn von 36 Stadien

Das Waldstadion ist nicht die einzige Arena, in der Legionellen gefunden wurden. Dem ARD-Bericht zufolge gab es entsprechende Funde in zehn von 36 Stadien der ersten und zweiten Liga. Die Arenen gelten als besonders anfällig für Keime, weil dort nicht regelmäßig und in den Spielpausen gar nicht geduscht wird.

Neben Legionellen ist in dem Bericht auch von Keimen im Essen die Rede, die bei „Undercover-Untersuchungen in den Stadien von München, Köln und Bremen gefunden wurden. Im Weser-Stadion gab es Fäkalkeime im Fischbrötchen, Darmbakterien in Wrap, Brötchen und einem Baguette in München und einem Döner in Köln. In Frankfurt waren die Tester nicht unterwegs, Ralph Rohr vom Ordnungsamt sagt jedoch, dass auch die Stände im Waldstadion regelmäßig kontrolliert würden. Geschäftsführer Meyer verweist auf die „hohen Qualitätsstandards“, die es bei dem amerikanischen Caterer Aramark gebe.

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