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Architekturmuseum Frankfurt: Protest im Interimsquartier

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Von: Andreas Hartmann

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Das Interimsquartier des Deutschen Architekturmuseums im Frankfurter Ostend. Bild: Moritz Bernoully
Das Interimsquartier des Deutschen Architekturmuseums im Frankfurter Ostend. Bild: Moritz Bernoully © Moritz Bernoully/DAM

Das Deutsche Architekturmuseum Frankfurt stellt sein Jahresprogramm vor – auch der Kampf gegen den Autobahnbau im Fechenheimer Wald wird 2023 schon museal.

Das unlängst geräumte und abgerissene Protestcamp im Fechenheimer Wald landet im Museum – zumindest ein Bauteil davon, wie Anna-Maria Mayerhofer, Kuratorin am Deutschen Architekturmuseum Frankfurt (DAM), am Donnerstag bei der Vorstellung des Jahresprogramms berichtete. „Wir waren nach der Polizeiräumung auf dem Gelände und entdeckten einen Teil eines Monopods, den wir nach Absprache mit der Polizei und den Protestierenden bergen durften. Er lagert jetzt bei uns im Museum und wir überlegen, ob wir ihn in unserer Ausstellung ’Protest/Architektur‘ zeigen können“, sagte sie. Monopods sind lange Stämme mit Plattformen in luftiger Höhe, die der Polizei bei Besetzungen eine Räumung erschweren soll.

Die Ausstellung über Bauwerke des Widerstands – Zelte, Hütten oder Barrikaden – soll vom 16. September an im Ausweichquartier des Museums am Ostbahnhof gezeigt werden. Anlass sei das 175-jährige Paulskirchenjubiläum, sagte Museumschef Peter Cachola Schmal. „Vom Architekten Gottfried Semper, der unter anderem die Oper in Dresden gebaut hat, gibt es auch Entwürfe von 1848 für den Bau von Barrikaden, und in Washington haben 1968 vier Architekten ein Protestdorf auf der National Mall errichtet“, sagte er.

Das DAM nutzt gerade ein Interimsquartier in der Henschelstraße, weil das Stammhaus am Museumsufer noch voraussichtlich bis zum Jahresende renoviert wird. Das schlägt sich – neben den Corona-Einschränkungen – auf die Besucherzahlen nieder. 67 169 Menschen sahen die Ausstellungen 2022 hier und an weiteren Standorten wie dem Hessenpark. 2019 waren es noch fast 90 000. Die Diskussionen und Vorträge des Museums stoßen laut Cachola Schmal aber auch im Interimsquartier auf großes Interesse.

Deutsches Architekturmuseum im Ausweichquartier

Das DAM bleibt voraussichtlich bis Anfang 2024 in seinem Interimsquartier am Frankfurter Ostbahnhof. Der Eingang ist in der Henschelstraße 18.

Geöffnet ist es dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs auch bis 19 Uhr. An den Wochenenden öffnet es bereits um 11 Uhr und schließt um 18 Uhr, Details und ausführliches Programm unter dam-online.de.

In der Reihe „Stadt-Plus“ geht es in den kommenden Monaten unter anderem um Obdachlosigkeit, Instagram oder um die Wurst. „Warum die Wiener eigentlich Frankfurter sind“, berichtet die Journalistin Sabine Börchers am 14. Juni.

In diesem Jahr zeigt das DAM neben der Protestschau vom 16. September bis zum 14. Januar kommenden Jahres noch eine ganze Reihe weiterer Sonderausstellungen. Noch bis zum 1. Mai sind in der Henschelstraße „Die 26 besten Bauten in/aus Deutschland“ zu sehen, die eine Fachjury ausgewählt hat. „Das erste Haus“, also das Erstlingswerk von Architekt:innen, die sich damit um den „Bauwelt-Preis“ bewerben, stellt eine gleichnamige Ausstellung vom 24. März bis zum 30. April vor. Schließlich werden vom 13. Mai bis zum 2. Juli Bilder gezeigt, die für den Wettbewerb zum „Europäischen Architekturfotografie-Preis“ nominiert sind.

Das DAM bleibt voraussichtlich bis Anfang 2024 in seinem Interimsquartier am Ostbahnhof. Der Eingang ist in der Henschelstraße 18. Geöffnet ist es dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs auch bis 19 Uhr. An den Wochenenden öffnet es bereits um 11 Uhr und schließt um 18 Uhr, dam-online.de.

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