Auch die Freizeitgestaltung, wie hier beim „Kickercup“, ist der Arche Frankfurt wichtig.
+
Auch die Freizeitgestaltung, wie hier beim „Kickercup“, ist der Arche Frankfurt wichtig.

Die FR spendet

Arche Frankfurt: Im Einsatz gegen Kinderarmut

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
    schließen

In der Arche Frankfurt gibt es Mittagessen, aber auch Zukunftsperspektiven. Die Arbeit, die vielen Kindern ein zweites Zuhause schafft, wurde durch Corona noch erschwert.

Ein zweites Zuhause will die Arche schaffen. Für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Ihnen soll Struktur und Routine im Alltag geboten werden, denn das sind sie von Zuhause aus oft nicht gewohnt. Seit zehn Jahren gibt es die Arche in Frankfurt, eine Einrichtung des christlichen Kinder- und Jugendwerks. Daniel Schröder, Leiter der Frankfurter Arche, ist seit Anbeginn dabei. „Kinder brauchen den Austausch und die Struktur in der Arche“, sagt Schröder. Sonst würden sie den ganzen Tag daheim sitzen, fernsehen und daddeln, würden „nichts mit Antrieb machen“.

Es geht darum, den Kindern und Jugendlichen Bildungschancen und damit Zukunftschancen zu eröffnen. In Frankfurt gibt es vier Archen: zwei an Grundschulen und die beiden Zentren in der Nordweststadt und in Griesheim, die auch Teenager besuchen können. „Wir haben dabei drei Säulen: Essen, Hausaufgaben, spielen“, sagt Schröder. Hausaufgaben müssten wie Zähneputzen zur Routine gehören, „nicht jeden Tag darüber diskutiert werden“. Die Kinder werden bei den Hausaufgaben unterstützt. „Zuhause ist es oft nicht möglich, jemanden zu fragen oder Hilfe zu bekommen.“

Wie Sie helfen können

Seit 2010 gibt es den ersten Standort der Arche in Griesheim an der Berthold-Otto-Schule, ein Jahr später folgte das Kleine Zentrum in der Thomas-Mann-Straße in der Nordweststadt, 2014 eine Betreuung in der Erich-Kästner-Schule. Vor drei Jahren kam die Jugendarche in Griesheim hinzu.

In jeder Arche gibt es vier bis fünf Vollzeitstellen, zudem sind Ehrenamtliche, Praktikanten und FSJler im Einsatz.

Spendenkonto der Arche Frankfurt: IBAN DE35 5004 0000 0313 2099 00 oder direkt über die Internetseite www.freunde-arche-ffm.de. sabu

Die Arche hat Freizeitprogramme, Förderprogramme, Feriencamps – und es gibt nach der Schule ein kostenloses Mittagessen. Manche der Kinder und Jugendlichen würden sonst keines bekommen. „Es gibt in den Familien häufig kein strukturiertes Essen, es ist oft niemand da“, sagt Schröder. Daher seien einige Kinder komplett sich selbst überlassen. Zwar gibt es an den Schulen auch ein Mittagessen, kostenfrei ist es aber nur mit „viel Aufwand und Anträgen – die auch nicht jeder versteht“, sagt Schröder. Durch das niedrigschwellige Angebot in der Arche „wird es für die Kinder nicht zum Thema, dass ihre Eltern sich das nicht leisten können“.

Doch in der Arche geht es um mehr als die Essensversorgung. Um mehr als die Ausstattung mit Klamotten aus der Kleiderbox. „Denn die eigentliche Armut steckt in der Perspektivlosigkeit“, sagt Schröder. Deshalb will die Arche den Kindern und Jugendlichen mehr Möglichkeiten aufzeigen. So werden etwa in Workshops Berufe vorgestellt. „Die Kinder und Jugendliche, die in der Nordweststadt und in Griesheim aufwachsen, empfinden stark als Wirklichkeit, was in ihrem Stadtteil ist“, sagt Schröder. „Das stimmt so natürlich nicht, aber die Eltern sind oft nicht in der Lage, zu vermitteln, was sie sonst noch machen können.“

Die Corona-Krise hat nun nichts leichter gemacht. 350 bis 400 Kinder und Jugendliche besuchten vor der Pandemie täglich eine der Archen. „Eigentlich kommen durch Corona eher Familien dazu“, sagt Schröder. Aber es dürfen momentan nicht so viele Kinder wie vorher die Archen besuchen. So muss etwa ein Toberaum aus Hygienegründen geschlossen bleiben. „Aber die Kinder brauchen einen Ort, wo sie tagsüber hinkommen können“, sagt Schröder. Der erste Lockdown wirke sich immer noch aus. Beim sozialen Miteinander „müssen wir bei null anfangen“, sagt Schröder. Manche der Kinder und Jugendlichen ließen sich etwa leicht provozieren. „Man merkt ihnen die Belastung an.“

Die Arche finanziert sich durch Spenden. Wie das Geld von der FR verwendet werden soll, weiß Schröder noch nicht. Klar, es könnte Essen davon bezahlt werden. „Aber vielleicht nehmen wir es für eine Weihnachtsfeier. Dann kann das Geld helfen, den Kindern und Jugendlichen trotz Corona eine schöne Feier zu machen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare