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Arbeitslosigkeit in Frankfurt steigt leicht an

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Von: Christoph Manus

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In Frankfurt sind Arbeitskräfte trotz sinkender Konjunkturprognosen, Lieferkettenproblemen und Energiekrise sehr gesucht.
In Frankfurt sind Arbeitskräfte trotz sinkender Konjunkturprognosen, Lieferkettenproblemen und Energiekrise sehr gesucht. © ROLF OESER

Die Geflüchteten aus der Ukraine erhalten nun Grundsicherung. Das lässt die Arbeitslosenzahlen in Frankfurt und Hessen steigen. Die Nachfrage nach Fachkräften bleibt trotz Krisen hoch

Die Arbeitslosenquote ist im Juni in Frankfurt, wie von der Agentur für Arbeit prognostiziert, leicht gestiegen. Mit 5,7 Prozent liegt sie einen zehntel Prozentpunkt über dem Wert von Mai, aber 0,9 Prozentpunkte unter der Quote von Juni 2021.

Der auch hessenweit leichte Anstieg der Arbeitslosenzahlen hat in allererster Linie mit der Integration ukrainischer Geflüchteter zu tun. Seit dem 1. Juni erhalten viele von ihnen statt Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz Grundsicherung – und tauchen damit erstmals in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit auf.

Landesweit sind nach Zahlen der Regionaldirektion Hessen inzwischen rund 7900 Menschen aus der Ukraine arbeitslos gemeldet, davon erhalten 7780 Leistungen aus der Grundsicherung. In Frankfurt waren im Juni 762 Menschen aus der Ukraine als arbeitslos registriert, davon 742 in der Grundsicherung. Im Mai lagen diese Zahlen nach Angaben der Agentur für Arbeit noch im zweistelligen Bereich.

Diese Entwicklung sei weder eine Überraschung noch ein negatives Signal, sagt Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Geschäftsführerin des Jobcenters Frankfurt. Im Gegenteil sei es von Vorteil, dass das Jobcenter die Menschen nun umfänglich betreuen, ihnen also auch beim Eintritt in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt helfen könne.

In den kommenden Monaten könnte die Zahl der Menschen in Grundsicherung weiter steigen, sagt Frank Martin, Geschäftsführer der Regionaldirektion Hessen. Denn nicht alle geflüchteten Personen seien bereits in den hessischen Jobcentern angekommen. Auch die Leiterin der Frankfurter Agentur für Arbeit, Stephanie Krömer, weist auf die Vorläufigkeit der Zahlen hin. Für Prognosen, wie sich die Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt in Frankfurt auswirke, sei es daher zu früh.

Klar ist allerdings, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Menschen, die einen Job suchen, durchaus günstig ist. Obwohl die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Hessen auf Rekordniveau liegt, haben die Unternehmen – trotz sinkender Konjunkturprognosen und der Energiekrise – weiterhin einen großen Bedarf an neuen Arbeitskräften. Allein in Frankfurt sind mehr als 9600 offene Stellen registriert.

Prinzipiell gebe es gute Chancen, Menschen und Arbeit zusammenzubringen, sagt Martin – weist aber auch auf Probleme hin. So könnten fehlende Sprachkenntnisse und Kinderbetreuungsplätze die Integration der ukrainischen Geflüchteten in den hessischen Arbeitsmarkt verlangsamen.

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote in Hessen ist im Juni auf 4,6 Prozent gestiegen. Sie liegt 0,2 Prozentpunkte über dem Wert von Mai, aber 0,5 Punkte unter dem Vorjahreswert.

Am niedrigsten ist die Arbeitslosenquote mit 2,8 Prozent im Landkreis Fulda. In weiteren elf Kreisen liegt sie unter vier Prozent. Die höchste Quote hat Offenbach (8,0 Prozent).

Gut 55 400 offene Stellen sind derzeit bei den hessischen Agenturen für Arbeit gemeldet. cm

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