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Sanitäter überprüfen die Ausrüstung des neuen Notfall-Krankentransportwagen.

Notruf in Frankfurt

Neue Rettungswache eröffnet

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Eine neue Rettungswache haben die Maltester im Frankfurter Stadtteil Gallus in Betrieb genommen. Von hier werden akute, aber nicht lebensgefährlich Kranke oder Verletzte versorgt.

Nicht immer geht es um Leben und Tod, wenn der Notruf gewählt wird. Da gibt es beispielsweise jene, die stürzen und nicht mehr alleine aus ihrer Wohnung kommen, um zum Arzt zu gehen. Oder den Insektenstich im Kindergarten. Dann kommt künftig einer der beiden neuen Notfall-Krankentransportwagen, bei stark übergewichtigen Menschen ein Sonderfahrzeug für Schwergewichtige.

„Wir kommen dann, wenn es akut ist, aber nicht ums Überleben geht“, sagt Thorsten Staarmann, Rettungsdienst-Betriebsleiter der Malteser, „das ist ein Lückenschluss zwischen Rettungseinsatz und planbarem Krankentransport.“

Seit Donnerstag ist die neue Rettungswache 2b in der Schmidstraße im Gallus offiziell eröffnet, im Betrieb ist sie bereits seit Jahresbeginn. Allerdings noch mit alten Rettungswagen, die Notfall-Krankentransportwagen sind erst in der kommenden Woche einsatzbereit.

Die beiden neuen Autos sind nicht so gut ausgestattet wie Rettungswagen. Es gibt zwar ein EKG, ein Beatmungsgerät und Notfallrucksäcke, die reine Krankentransportwagen nicht haben, diese haben aber weniger Funktionen. Medikamente und Spritzenpumpen sind kaum vorhanden. An Bord sind jeweils zwei Rettungssanitäter, von denen einer eine Zusatzqualifikation hat, die den Bereich Diagnostik umfasst. Insgesamt werden 14 Rettungssanitäter hier arbeiten.

90 000 Euro kostet eines der Fahrzeuge, das neue Gebäude hat rund eine viertel Million Euro gekostet, wovon ein Teil der Vermieter trug. Rund die Hälfte des 310 Quadratmeter großen Gebäudes dient der Verwaltung, die andere Hälfte dem Rettungswesen. In den beiden Ruheräumen können sich Sanitäter zwischen ihren Einsätzen ausruhen – bis wieder ein Notruf eingeht.

Im Schnitt wird die Rettungswache 2b tagsüber 16 Mal alarmiert, nachts drei bis vier Mal. Das wird, glaubt Staarmann, noch mehr, wenn das zentrale Meldesystem in wenigen Wochen erneuert ist. Wer den Notruf 112 wählt, landet in der Zentrale. Je nach Dringlichkeit und Standort alarmiert die Zentrale eine Wache.

Notfallrettung gibt es in der Schmidstraße allerdings nicht. „Dafür eignet sich der Standort nicht“, sagt Staarmann. Um auf die Straße zu kommen, müsse beispielsweise eine Schranke geöffnet werden, „das würde mit der 8-Minuten-Regel von Anruf bis Eintreffen der Sanitäter nicht klappen.“

Doch Erste Hilfe gibt es bei Bedarf auch im Notfall-Krankentransportwagen. In erster Linie allerdings sollen sie den steigenden Bedarf an betreuten Fahrten decken und auch bei Katstrophen- oder Großschadenslagen eingesetzt werden.

Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) lobte bei der offiziellen Eröffnung gestern Nachmittag den Einsatz der Malteser an der Seite der Berufsfeuerwehr. „Der Branddirektion ist es gelungen, mit modernen Fahrzeugen und Ausrüstungen das Schutzziel für unsere Bevölkerung zu erfüllen – sowohl im Rettungsdienst als auch im Katastrophenfall“, sagte er. Die Malteser sind einer von vielen privaten Rettungsdiensten, andere sind der Arbeiter-Samariter-Bund, das Deutsche Rotes Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe und die Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

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