+
Die Preise für Benzin und Diesel steigen kontinuierlich.

Benzin in Frankfurt

Niedrigwasser treibt Spritpreis

  • schließen

Benzin wird in Frankfurt immer teurer – und Entspannung ist noch nicht in Sicht. Solange der Rhein Niedrigwasser hat, können die Tankschiffe nicht voll beladen werden. Und das wird auf die Kunden umgelegt.

An den drei Shell-Stationen an der Mörfelder Landstraße in Frankfurt kostet der Liter Super am Freitagnachmittag 1,59 Euro. Bei Aral an der Siemensstraße und Esso an der Wiesbadener Straße ebenso viel. Und diese Preise zählen nach Angaben des Portals www.clever-tanken.de noch zu den günstigeren in der Stadt. Noch im Frühjahr kostete der Liter E10 im Schnitt weniger als 1,40 Euro. Seit Wochen aber kennt der Benzinpreis nur eine Richtung. Und zumindest der Tankstellen-Interessensverband geht davon aus, dass es für die Autofahrer noch schlimmer werden könnte. Er hält deutlich höhere Preise für möglich.

Dass die Preise derzeit steigen und steigen, hat zumindest zum Teil mit der enormen Trockenheit der vergangenen Monate zu tun. Der Rhein und seine Nebenflüsse haben Niedrigwasser. Am Pegel Mainz zum Beispiel lag der Wasserstand am Freitag bei 141 Zentimetern. Das sind nur 31 Zentimeter über dem historischen Tiefststand. Schon jetzt aber ist die Schifffahrt beeinträchtigt.

Die Tankschiffe, die über Rhein und Main Richtung Frankfurt fahren, seien nur noch zur Hälfte oder sogar zu einem Drittel beladen, sagte Alexander von Gersdorff, Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbands, am Freitag. Das führe zu höheren Transportpreisen, die sich auch in den Produktpreisen niedergeschlagen. Zumal Ersatzkapazitäten durch Kesselzüge und Tanklaster nur begrenzt zur Verfügung stünden.

Noch wird das Benzin nicht knapp in Frankfurt. Noch ist aber auch keine Entspannung in Sicht. Die Situation werde wohl eine Weile anhalten, schätzt man etwa beim Mineralölverband.

Zwei Euro pro Liter Sprit?

Einen Kraftstoffmangel gebe es nicht, heißt es beim Tankstellenverband. Zumal der Bund die strategische Benzin- und Dieselreserve freigegeben habe. Die Niedrigwasser in Rhein und Donau und ein Raffinerie-Unfall bei Ingolstadt hätten die auf Routine ausgelegte Logistik der Mineralölkonzerne allerdings schwerwiegend gestört. Dort seien die Abläufe so auf Kante genäht, dass Krisensituationen nur bedingt aufgefangen werden könnten.

Der Interessensverband der Tankstelleneigentümer- und pächter macht den Autofahrern wenig Hoffnung. „Wenn sich die bereits bestehenden massiven Probleme nicht entspannen, zum Beispiel durch langanhaltende Regenfälle, und wenn noch ein unerwartetes Krisenszenario eintritt, sind weitere Kostenabwälzungen an die Endkunden wahrscheinlich“, teilt der Verband mit. So ein Krisenszenario könne etwa der Ausfall von Bahnkapazitäten oder ein neuer Raffinerieunfall sein. Das Überspringen der „Schallmauer von zwei Euro“ für den Liter hochwertigen Kraftstoffs sei dann mehr als denkbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare