Holocaust

Appell an künftige Generationen

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Eine ergreifende Gedenkzeremonie an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in der Erinnerungsstätte an der Frankfurter Großmarkthalle.

Ein weißer Rosenkranz lehnt neben dem Rednerpult. Dahinter steht die Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, und hält ihre Ansprache anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. „Das Gebäude aus dem wir gerade gekommen sind, ist ein bedeutendes Symbol der dunkelsten, dunkelsten möglichen Stunde Europas“, sagt Lagarde. Das Gebäude, von dem sie spricht ist die frühere Großmarkthalle. In dessen Keller die Geheime Staatspolizei mehr als 10 000 jüdische Frauen und Männer zu Massentransporten in Ghettos und Vernichtungslager zwang. An diesem Ort fand am Montag eine Gedenkzeremonie anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz vor 75 Jahren statt.

Rote Grablichter säumen den Eingang zum Vorraum des Kellers, der noch immer dem baulichen Zustand von damals entspricht. Eine Minute Schweigen. Dann richtet Channah Trzerbiner-Schmitt, Enkelin von Auschwitzüberlebenden, Worte an die Gäste. Manchmal wisse sie nicht, wie ihre Großeltern noch einen Fuß vor den anderen setzten konnten, wenn sie doch damals durch die Hölle gegangen sind. Heute, nicht weit von dem Ort wo damals die Hölle war, ist jetzt ein Spielplatz. Trzerbiner-Schmitt erzählt von ihrer Ergriffenheit, wenn sie dort mit ihren Kindern spielt. wo wenige Jahrzehnte zuvor Menschen in Vernichtungslager deportiert wurden. „Erzählt das Wissen euren Kindern. Erzählt das Wissen der zukünftigen Generation“ appelliert sie zum Schluss ihrer Rede.

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