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Die Jubilare Michael Schumacher (links) und Till Schneider im Städelgarten.

Bekanntes Büro besteht 30 Jahre

Appell für die Jugend in Frankfurt

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Die Architekten Till Schneider und Michael Schumacher feiert im Frankfurter Städel-Museum fröhlich und nachdenklich.

Ein fröhliches Völkchen drängt sich schwatzend und lachend im Garten des Frankfurter Städel-Museums. Politiker sind gekommen wie der ehemalige Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD). Viele Architekten selbstredend, städtische Amtsleiter und Vertreter des kulturellen Lebens wie der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, wie Franziska Nori, die Chefin des Kunstvereins, und Matthias Wagner K, der Direktor des Museums Angewandte Kunst. Und mittendrin tummeln sich die beiden Jubilare in roten T-Shirts mit einer Zahl drauf: Till Schneider und Michael Schumacher feiern das 30-jährige Bestehen ihres Architekturbüros.

Drei Jahrzehnte: Das ist in der hart umkämpften Szene eine lange Zeit. Nur ganz wenigen Architekten gelingt eine solche Karriere, die noch dazu über Deutschland hinausreicht. Peter Cachola Schmal, der Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM), blendet in seiner Laudatio zurück auf die Zeit, in der er mit den beiden Freunden Till und Michael in Kaiserslautern studiert hatte. „Viele Leute aus dieser Zeit gibt es schon gar nicht mehr“, sagt er nachdenklich.

Schmal geht kritisch ins Gericht mit der Lage des Berufsstandes in der Gegenwart. „Die Jugend bleibt heute ausgesperrt“, kritisiert er. Junge Architektinnen und Architekten dürften an wichtigen Wettbewerben gar nicht erst teilnehmen. Oft werde verlangt, dass man schon fünf gleichartige Projekte realisiert habe.

Der DAM-Chef lässt Revue passieren, wie Schneider und Schumacher in Deutschland reüssierten. Mit der roten Infobox an der Großbaustelle Potsdamer Platz in Berlin, die Bilder im Kopf des Publikums“ erzeugt habe. Mit der Bebauung des Westhafens, die „ikonenartig für Frankfurt“ gewesen sei.

Sich selbstständig zu machen mit einem Architektur-Büro, sei heute für junge Leute „schwierig“ geworden, Schmal appelliert an das einflussreiche Publikum: im Metzlersaal des Städel-Museums: „Gebt jungen Leuten eine Chance!“

Aus der Volksrepublik China meldet sich per Video-Botschaft Architekten-Ikone Sir Peter Cook zu Wort – der 82-Jährige war einst an der Städel-Schule in Frankfurt der Lehrer der beiden Geburtstagskinder. Nur wenige Meter also vom Ort der Feier entfernt. Cook ist bekannt dafür, das Niveau der deutschen Architektur scharf zu kritisieren.

Leider, sagt er auch bei dieser Gelegenheit, gebe es in der Bundesrepublik nur wenige Architekten vom Rang Schneiders und Schumachers. Denen es gelinge, Magie zu erzeugen. Es antwortet großer Beifall.

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