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Der Neubau an der Leonardo-da-Vinci-Allee.

Frankfurt-Bockenheim

Neue Schule sucht Namen

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Die vierzügige Grundschule Rebstock feiert ihre offizielle Eröffnung. Noch fehlt ihr ein richtiger Name. Über den wird der Ortsbeirat entscheiden. Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) schlägt vor, die Einrichtung nach einer Frau zu benennen.

Über einen Namen für die neue Schule hat sich Leiterin Kornelia Lechner schon Gedanken gemacht. Grundschule Rebstock klingt einfach zu nüchtern und langweilig. Deshalb ist die Schulleiterin auf diesen Schriftsteller gekommen. Mit dem wohlklingenden Namen. Allerdings kommt er ihr nur mühsam über die Lippen, der Name: Antoine de Saint-Exupéry. Lechner muss selbst lachen. „Naja, vielleicht doch nicht so gut, wenn man ihn nicht aussprechen kann.“

Außerdem ist Antoine de Saint-Exupéry ein Mann. Und Lechner ist ganz angetan von der Idee, die Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) am Mittwochmorgen bei der offiziellen Eröffnungsfeier der Grundschule an der Leonardo-da-Vinci-Allee angeregt hat: die Schule nach einer Frau zu benennen. „Es gibt viel zu wenige Schulen mit dem Namen weiblicher Vorbilder“, sagte Sorge. Ein „zarter Hinweis“ an den Ortsbeirat solle das sein, aber in die Hoheitsrechte des Stadtteilgremiums wolle sie natürlich nicht eingreifen. Schließlich entscheidet niemand anderes als der Ortsbeirat selbst, wie die Schule heißen soll.

Welchen Namen auch immer die vierzügige Schule irgendwann tragen wird – viel wichtiger ist für die Kinder, dass sie im Sommer in ihre neue Grundschule im Rebstockviertel endlich eingezogen sind. Vier Jahre lang mussten sie außerhalb des Viertels auf die Eichendorffschule gehen, seit diesem Schuljahr nun erobern sie sich ihren Neubau: die drei Geschosse mit den bodentiefen Fenstern, die Eingangshalle mit der bunten Decke, ihre im Boden versenkte Turnhalle, auf deren Dach ein Schulgarten entstehen soll. Gerade Winkel finden sich in dem Gebäude kaum, kein Klassenzimmer gleicht dem anderen. „Es ist alles weitläufig und offen, aber dennoch fühlt man sich nicht verloren“, sagt Schulleiterin Lechner. „Wir sind hier sehr zufrieden.“

Bau kostet 20 Millionen Euro

Zufrieden ist auch Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). „Faktisch ist mit der Schule der letzte Baustein im Neubaugebiet abgeschlossen“, sagt er. Nun neige sich alles im Rebstockviertel einem positiven Ende zu. Rund 20 Millionen Euro hat der Bau der Schule gekostet. Das ist viel Geld, aber die Vergangenheit zeige, dass „die Fixierung auf Erstkosten selten zu einem guten Ergebnis führt“, sagt Cunitz. Das sehe man an den schnell hochgezogenen Schulen der 70er, „die nun alle saniert werden müssen“.

Die Sanierungen beschäftigen in der Regel auch Sorge. Aber an diesem Mittwoch gibt es auch für sie Grund zur Zufriedenheit: Immerhin wohnt sie an diesem Tag bereits der zweiten offiziellen Eröffnung einer Grundschule innerhalb kurzer Zeit bei. Am Freitag erst war sie in der Grundschule Riedberg II. Und es wird nicht die letzte Eröffnung in den nächsten Jahren gewesen sein: Weil Frankfurt stetig wächst, werden sechs weitere Grundschulen im neuen Schulentwicklungsplan stehen. „Das Tempo der Schuleröffnungen“, sagt Sorge, „wird sich in den nächsten Jahren noch erhöhen müssen.“

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