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Alles noch heil? Aufstellung der Porträtstatue des Perikles aus dem Vatikanmuseum.

Liebieghaus in Frankfurt

Antike Skulpturen im Liebieghaus

Das Frankfurter Liebieghaus zeigt mehr als 100 antike Skulpturen. Die wertvollsten Stücke kommen als Leihgaben aus dem Vatikan. Ausstellungseröffnung ist am 4. Mai.

Von Nadine Benedix

Liebe, Sehnsucht, Gewalt, Tod und Versöhnung: Das sind die Themen der neuen Sonderausstellung „Athen. Triumph der Bilder“ im Frankfurter Liebieghaus. Ab dem 4. Mai sind in der Skulpturensammlung über 100 Statuen des antiken Griechenlands zu bewundern. Die Stücke sind größtenteils Leihgaben aus dem Vatikan, dem Louvre sowie dem British Museum. Darüber hinaus wurden einige Nachbildungen, darunter zwei lebensgroße Bronzekrieger, extra für die Ausstellung angefertigt.

„Unsere Starstücke sind die Leihgaben des Vatikans. Daran zeigt sich, wie hoch das Liebieghaus international geschätzt wird“, freut sich Jannikhe Möller, Pressesprecherin des Liebieghauses. Große Aufregung herrscht dementsprechend am Donnerstag bei der Aufstellung der imposanten „Starstücke“. 600 Kilogramm wiegt allein die Portraitstatue des Perikles.

Skulpturen erzählen Geschichten

Vor der Aufstellung wird nochmal gecheckt, ob die Statuen keine Schäden davongetragen haben. „Einen Schaden hatten wir zum Glück noch nie hier im Liebieghaus“, erklären die Verantwortlichen. Für den Fall der Fälle sei man jedoch versichert. Drei Statuen, alle circa 2400 Jahre alt, stellt der Vatikan dem Liebieghaus zur Verfügung. Dazu zählt die Mamorstatue Hera Borghese, die Gattin des Zeus, eine Porträttherme des Athener Staatsmannes Perikles und ein Abbild von Hephaest, dem Gott des Feuers.

„Die Ausstellung erzählt von den Geschichten rund um Athena, die Göttin der Weisheit und Schutzherrin Athens. Diese Geschichten sind im Zyklus eines Jahres inszeniert. Jeder Raum stellt einen Monat dar. So soll Athenas Lebenskreislauf deutlich werden“, erklärt der Sammlungsleiter Vinzenz Brinkmann das Konzept der Ausstellung. Um diesen Jahresverlauf darzustellen, wurde 160 Meter Grafik an den Wänden angebracht. Text und Bebilderung leiten die Besucher durch die Ausstellung,  erzählen dabei Geschichten und Mythen über die griechischen Gottheiten.

Eine archäologische Sensation stellen die beiden nachgebildeten Bronzekrieger dar. Nachdem die Originalfiguren erst 1972 im kalabrischen Meer gefunden wurden, identifizierten die Forscher des Liebieghauses sie nun als die rivalisierenden Kämpfer Erechtheus und Eumolpos. Mit Unterstützung der italienischen Regierung sowie der Prada-Stiftung konnten die jahrhundertealten Originale nun rekonstruiert und nachgebildet werden.

Für den Sammlungsleiter Vinzenz Brinkmann erzählen die beiden lebensgroßen Statuen eine der spannendsten Geschichten der Mythensammlung: So will Eumolpos, Sohn des Poseidon, Athen angreifen, Eurechtheus schafft es jedoch unter Opferung seiner Tochter, ihn zu besiegen und Athen zu retten. Die Ausstellung erzählt viele solche Geschichten über Glück und Leid und erinnert im Rhythmus der Monate an das ständige Auf und Ab der Gefühle.

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