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Die Ehrung der Verein fand diesmal im Stadion am Brentanobad statt. CDU-Stadtrat Markus Frank (Mitte) war auch dabei.
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Die Ehrung der Verein fand diesmal im Stadion am Brentanobad statt. CDU-Stadtrat Markus Frank (Mitte) war auch dabei.

Frankfurt

Anpacken statt jammern

  • VonKatja Sturm
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Die Stadt zeichnet Sportvereine für vorbildliche Konzepte während der Pandemie aus.

Der Ort des Geschehens zeugte davon, dass die Normalität noch in der Zukunft liegt. Der alle zwei Jahre ausgeschriebene Frankfurter Preis „Sport kennt keine Grenzen“ wurde diesmal nicht in einem Raum, sondern unter freiem Himmel, im Stadion am Brentanobad verliehen. Die Protagonisten standen auf dem Rasen, die Gäste, darunter zahlreiche Funktionäre aus der Szene, saßen mit gehörigem Abstand zueinander auf der Tribüne.

Viele von ihnen hatten in den vergangenen eineinhalb Jahren damit zu kämpfen, das Leben in ihrem Verein trotz der Einschränkungen durch die Pandemie aufrechtzuerhalten, Bewegung anzubieten, obwohl Stillstand angesagt war. Wie kreativ sie und andere dabei waren, fasste Jens-Uwe Münker, der Abteilungsleiter Sport im hessischen Innenministerium, in seinen lobenden Worten zusammen. „Der Sport hat wie kaum ein anderer gesellschaftliche Bereich Verantwortung übernommen“ in dieser bis März 2020 unbekannten Situation und „nicht gejammert, sondern angepackt“, sagte der frühere FSV-Geschäftsführer. In Frankfurt sei bei jeder neuen Verordnung sofort die Frage gestellt worden, was noch möglich sein könnte.

Neun vorbildliche Lösungen, die Vereine entwickelt haben, wurden am Freitagabend dafür mit jeweils 1500 Euro prämiert. Dabei wurde deutlich, wie kurios manche Vorgaben waren. Tom Anhäuser aus dem Vorstand des ausgezeichneten Tanzsportclubs Schwarz-Silber erzählte, dass in bestimmten Phasen nicht mal Ehepaare zusammen hätten trainieren dürfen. „Als Kontaktsport waren wir von den Einschränkungen besonders betroffen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende. Über ein selbst entwickeltes Anmeldeportal war es den Walzer- und Tangospezialisten möglich, zu koordinieren und nachzuvollziehen, wer bei teilweise auf ein Paar begrenzten Teilnehmerzahlen wann in den zwölf verschiedenen Trainingsräumen in Frankfurt und Hofheim übte. Kooperationspartnern stellte man das eigene Onlineangebot zur Verfügung.

Während die meisten Vereine durch die Corona-Krise Mitglieder verloren, verzeichneten die Bornheim Boules einen Zuwachs von zehn Prozent und sind jetzt zweitgrößter hessischer Club in der dieser Sportart. Sie organisierten zwischen März und Juni im einzigen erlaubten Modus Tête-à-tête, eins gegen eins, zwei Turniere auf verschiedenen Plätzen und sorgten damit nicht nur für Abwechslung bei den eigenen Spielern, sondern zogen auch Neugierige an, die jetzt selbst die Kugeln werfen.

Der Fußballverein Fortuna Höchst organisierte für Kinder während des ersten Lockdowns sonntags Spiele im Luciuspark und Ausflüge. Die Fraport Skyliners überließen Videos fürs Hometraining auch anderen Vereinen und Verbänden. Die TG Bornheim lud Kurse in einer Mediathek hoch und machte über einen morgendlichen Sendeplatz im HR-Fernsehen das ganze Land „Fit in den Tag“. Die SG Bornheim Grün-Weiss führte in den Herbstferien ein Fußball- und Freizeitcamp mit fast 100 Kindern durch. Die TSG Nieder-Erlenbach nutzte die Zeit für Projekte, für die sonst keine Muße bleibt. Bei der TGS Vorwärts Frankfurt wurden die sehr inhomogenen Aikido-Gruppen über Zoom-Meetings und die Verlegung des Trainings ins Freie bei der Stange gehalten.

Weiter rasant entwickelt hat sich der MSC (Mein Sport Club) Frankfurt. 2018 gegründet, ist er einer der jüngsten Vereine im Stadtgebiet und auf Cricket spezialisiert. 90 Prozent der Mitglieder sind Flüchtlinge. Erhebliche sportliche Erfolge wie zwei Hessenmeisterschaften in den Corona-Jahren 2020 und 2021 wurden in der kurzen Zeit bereits gefeiert.

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