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 Anne-Sophie Mutter setzt sich für Kulturschaffende ein.
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Anne-Sophie Mutter setzt sich für Kulturschaffende ein.

Frankfurter Dom

Weltstar beim Benefizkonzert

Die weltberühmte Violinistin Anne-Sophie Mutter verzichtet derzeit auf ihre Gagen, um Kulturschaffende zu unterstützen. Am Sonntag machte sie Station im Frankfurter Dom.

Lange vor dem Beginn der Abendmesse hat sich am Sonntagabend eine Schlange vor dem Frankfurter Dom gebildet. Traditionelle Kirchgänger mischen sich mit Menschen, die der in diesen Zeiten der Pandemie selten gewordene und schmerzlich vermisste Kulturgenuss hergelockt hat. Anne-Sophie Mutter, Weltstar und Geigenvirtuosin, wird den Gottesdienst an diesem zweiten Advent mit ihrer Kunst begleiten. „Ihr Anliegen verbindet sich in aller Vollkommenheit mit unserem Projekt“, sagt Stadtdekan Johannes zu Eltz bei seiner Begrüßung.

Die Ausnahmekünstlerin sammelt derzeit für in Not geratene freischaffende Kolleginnen und Kollegen, indem sie ohne Gage auf den wenigen Bühnen spielt, die noch offen sein dürfen. Etwa denen, die die Versammlungen der Gläubigen bieten.

In St. Bartholomäus unterstützt die 57-Jährige mit ihrem Auftritt die Aktion „Kunst-Kultur-Kirche“, für die die reichhaltige Kollekte vom Sonntag vorgesehen ist. Dabei stellt die Frankfurter Stadtkirche ihren Pfarreien Geld zur Verfügung, damit diese durch die Corona-Krise geschädigte Kulturschaffende für Gottesdienste engagieren können.

Nur etwa 150 Besucher sind zugelassen zu diesem „etwas anderen Abend“, wie zu Eltz es formuliert. Die ursprüngliche Zahl ist kurzfristig um etwa 20 erhöht worden, um auch jene nicht abweisen zu müssen, die ohne vorherige Registrierung gekommen sind. Das große Kirchenschiff, in dem Aufkleber auf Bänken und Stühlen die wenigen zugelassenen und auf Abstand gehaltenen Plätze markieren, füllt das nicht aus.

Als Anne-Sophie Mutter und die drei Stipendiaten ihrer Stiftung, die sie mitgebracht hat – Mohamed Hiber, Hwayoon Lee und Leonard Elschenbroich –, an die Notenständer treten und Franz Schuberts Quartettsatz c-Moll anstimmen, ist der Raum innerhalb von Sekundenbruchteilen gefüllt von der Musik. Die weichen Töne, die Anne-Sophie Mutter ihrem Instrument entlockt, lassen die Worte, mit denen die Geigerin selbst sich auf dem Liturgieblatt zitieren ließ, lebendig werden: dass Kompositionen wie diese „eine Quelle der Kraft, des Trostes sowie spürbarer Hoffnung“ sind.

Anne-Sophie Mutter weiß um die Gefährlichkeit der Krankheit, die der Covid-19-Erreger auslöst. Sie war selbst frühzeitig unter denen, die positiv getestet wurden, und verspürte in der Folge Atemnot und vor allem Müdigkeit. Doch sie kennt auch die Leiden derer, die derzeit keine oder kaum eine Chance haben, mit ihrer Musik Geld zu verdienen, und denen es deshalb schwerfällt, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Für diese Künstler:innen, die sonst ihren Zuhörern ein Geschenk machten, bittet sie nun eindringlich um Gaben.

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