+
Die Stauffenbergschüler wollen mit ihrem Projekt das Thema Depression enttabuisieren.

Schulpreis

Kämpfer gegen Ausgrenzung: Schulprojekte werden belohnt

  • schließen

Die Stauffenbergschule gewinnt den Frankfurter Schulpreis. Mit einem Projekt, dass sich mit Depressionen beschäftigt.

Aufgeregt waren sie schon, als sie da so in der Paulskirche auf die Verkündung der Siegerschule warteten. „Aber wir haben nicht geglaubt, dass wir gewinnen werden“, sagt Schülerin Gülsüm. Und dann passierte am Mittwochmittag doch das, an das die Schülerinnen und Schüler der Stauffenbergschule nicht so recht geglaubt hatten: Sie gewinnen den Frankfurter Schulpreis. Mit ihrem Projekt „Wir sind eins – auch mit Depressionen“.

Zum zweiten Mal wurde der Schulpreis im Rahmen des Anne-Frank-Tags verliehen. Gesucht wurden Projekte, in denen sich Schülerinnen und Schüler für ein gleichwertiges Zusammenleben engagieren und so Ausgrenzungen aufgrund von Religion, Geschlecht, Sexualität, Behinderung, Krankheit oder Herkunft entgegenwirken. Die Stauffenbergschüler hätten mit Depression ein Thema „in den Fokus genommen, das viel zu wenig beachtet wird“, sagte Laudatorin und Leiterin des Stadtschulamts Ute Sauer. Dadurch seien Denkimpulse in die Schule getragen worden.

Lesen Sie auch: Engagement gegen ethnischen Nationalismus und Ausgrenzung - im Sinne Anne Franks

Zwölf Schülerinnen und Schüler der elften Klasse der beruflichen Schule haben ein Dreivierteljahr an einem Theaterstück zu Depressionen gearbeitet. Im ersten Teil wird dargestellt, wie es zum Suizid eines depressiven Jugendlichen kommen kann. Im zweiten Teil geht es darum, wie Mitmenschen Einfluss auf den Verlauf nehmen könnten. „Dabei hilft die Gemeinschaft“, sagte Gülsüm. Damit der Betroffene sich nicht alleine gelassen fühle.

Schirmherr des Schulpreises ist Rapper Moses Pelham. Der Titel seines Liedes „Wir sind eins“ wurde zum Motto des diesjährigen Schulpreises. „Die Schülerinnen und Schüler haben die Botschaft in ihren Projekten aufgegriffen“, sagte Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Denn nur gemeinsam sei man stark. „Wir müssen zusammenhalten, egal wie unterschiedlich wir alle sind.“

Aus den Bewerbern für den Preis suchte die Jury – in der unter anderem Stadtelternbeirat und Stadtschülersprecher saßen – sechs Finalisten aus. Mit einem der beiden zweiten Plätze wurde die IGS West ausgezeichnet, weil sie unter anderem einer Lehrerin „die Erinnerung aufbewahrte“, sagte Laudator Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank. Denn die Frau wohnt in einem linken Gemeinschaftsprojekt, das „vermutlich Rechtsextreme in Brand gesetzt haben“; sagte Mendel. Sie verlor alles und die Schüler gestalteten ein Album mit Fotos und Widmungen.

Lesen Sie auch: Anne-Frank-Tag: Pop-up-Ausstellung im Museum Judengasse

Für einen zweiten Platz gab es 4000 Euro, für den ersten 7000. Für Stauffenbergschüler Luca Castiglione hat seine Schule „den Sieg verdient“. Denn er hat selbst gesundheitliche Probleme, wurde deshalb nirgendwo für eine schulische Ausbildung angenommen. „An der Stauffenbergschule habe ich trotzdem einen stinknormalen Platz gefunden“, sagt er. „Die Schule unterstützt mich, wo sie kann.“ Eben ganz nach dem Motto: „Wir sind eins.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare