Anne Frank Tag

Anne Frank Tag in Frankfurt: Gefahr durch Judenhass

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Diesmal geht es um die Gegenwart des Antisemitismus. Alle Vorträge und Diskussionen werden wegen der Coronavirus-Pandemie ins Netz verlegt.

Es beklemmt mich doch mehr, als ich sagen kann, daß wir niemals hinaus dürfen, und ich habe große Angst, daß wir entdeckt und dann erschossen werden.“

Diesen Satz notierte Anne Frank am 28. September 1942 in ihr später weltberühmtes Tagebuch. Das damals 13-jährige Mädchen aus Frankfurt, das 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen starb und heute als Symbolfigur für die Vernichtung der europäischen Juden gilt, lebte zu diesem Zeitpunkt seit einigen Wochen in einem Hinterhaus in Amsterdam. Versteckt, eingeengt, in permanenter Angst.

Programm

Alle Veranstaltungen zum Anne Frank Tag 2020 wurden wegen der Coronavirus-Pandemie ins Internet verlegt. Das komplette Programm und die Links zu den einzelnen Livestreams, Debatten und Vorträgen finden sich im Netz unter www.bs-anne-frank.de/annefranktagffm

Ihr Satz „Es beklemmt mich doch mehr, als ich sagen kann“ steht in diesem Jahr als Motto über dem Anne-Frank-Tag, mit dem seit 2017 an ihrem Geburtstag, dem 12. Juni, von der Stadt Frankfurt und der Bildungsstätte Anne Frank an die berühmte Frankfurterin erinnert und ihre Bedeutung für die Gegenwart diskutiert wird. In diesem Jahr wir der Anne-Frank-Tag am Montag, 15. Juni, und Dienstag, 16. Juni, aufgrund der Coronavirus-Pandemie komplett im Internet begangen. Im Fokus der Diskussionen, Vorträge und Veranstaltungen steht die gegenwärtige Bedrohung durch den Antisemitismus.

An beiden Tagen können Schulklassen an einem Webseminar zum Thema „Anne Frank über Judenfeindschaft“ teilnehmen. Montags führt das Junge Schauspiel Frankfurt ab 12 Uhr im Livestream das Stück „Heidi in Frankfurt – Ein Integrationstheater“ auf, das Fragen von Identität und Integration thematisiert. Um 16 Uhr diskutieren der Literaturwissenschaftler Michael Butter, die Journalistin Veronika Kracher und Tom Uhlig von der Bildungsstätte Anne Frank über Verschwörungsmythen und Antisemitismus. Ab 18.15 Uhr ehrt die Frankfurter Montagsgesellschaft Anne Frank als „Frankfurter Legende“; dabei kommt Hannah Pick-Goslar zu Wort, eine Freundin Anne Franks, die das KZ Bergen-Belsen überlebt hat. Ab 19.30 Uhr hält Autor Sascha Lobo einen Vortrag über Judenhass im Netz.

Am Dienstag geht es unter anderem ab 19 Uhr um die „Elemente des Antisemitismus“ von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, einen Grundlagentext der Antisemitismusforschung aus dem Jahr 1944. Es diskutieren Sabena Donath vom Zentralrat der Juden, der Publizist Michel Friedman, die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und der Politikwissenschaftler Lars Rensmann.

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