Tötungsdelikt

Anklage nach Messerangriff in Frankfurt

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44-Jähriger tötete Ex-Freundin vor Supermarkt in Bornheim.

Rund sieben Monate nach einem tödlichen Messerangriff in Bornheim hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 44-Jährigen wegen Totschlags erhoben. Der zur Tatzeit 43-Jährige soll am Abend des 10. Oktober 2019 vor einem Rewe-Markt in der Heidestraße seine Ex-Freundin mit 35 Messerstichen getötet haben. Die 24-Jährige starb kurz darauf im Krankenhaus, der Mann wurde unweit des Tatorts festgenommen. Er hatte Schnittverletzungen an beiden Handgelenken und offenbar versucht, sich nach der Tat selbst zu töten.

Die Staatsanwaltschaft geht nach den bisherigen Ermittlungen davon aus, dass der Mann die Trennung nicht akzeptieren wollte. Das ein Jahr währende Verhältnis der beiden soll bereits von häuslicher Gewalt und vorübergehenden Trennungen geprägt gewesen sein; die 24-Jährige hatte die Beziehung schließlich beendet und ihn der Wohnung verwiesen. Am Tattag soll der Mann seine Ex-Freundin vor ihrer Wohnung in Bornheim abgepasst haben und mit ihr gemeinsam in den Supermarkt gegangen sein. Dort suchte er ein Küchenmesser – die spätere Tatwaffe – aus, das die junge Frau bezahlte. Nachdem sie den Supermarkt verlassen hatten, versuchte die Frau zu flüchten. Der 43-Jährige hielt sie aber am Arm fest und stach mit dem Küchenmesser auf sie ein und zwar auch dann noch, als die Frau schon schwer verletzt am Boden lag.

Der jetzt 44-Jährige sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft. Er sei geständig, könne sich an die Tat nach eigener Aussage aber kaum noch erinnern, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen stützen sich zudem auf die Videoaufzeichnungen aus dem Supermarkt.

Von einer Anklage wegen Mordes sah die Staatsanwaltschaft ab, da kein Mordmerkmal wie Heimtücke oder niedere Beweggründe vorlägen. Ein Termin für die Hauptverhandlung vor dem Frankfurter Landgericht steht noch nicht fest.

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